Bei Attesten von Studienprüflingen schaut die Uni Hohenheim neuerdings besonders genau hin. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Krankfeiern ist bei Studienprüfungen keine Lösung, findet Redakteurin Inge Jacobs. Und wer Gefälligkeitsatteste ausstellt, sollte sich jetzt warm anziehen.

Stuttgart - Dumm gelaufen. Es sieht stark danach aus, dass sich viele Wirtschaftsstudenten der Uni Hohenheim per Krankmeldung einfach nur Aufschub von einer Pflichtprüfung verschaffen wollten. Was sie offenbar nicht bedacht hatten: Wer eine Prüfung antritt und dann plötzlich abbricht, braucht starke Argumente – und einen Arzt, der eine solche Erkrankung auch in der geforderten Detailliertheit glaubwürdig bestätigen kann.

Für echt Erkrankte dürfte dies kein Problem sein. Normalerweise.

Pech für die, die wirklich erkrankt waren

Wenn es ganz dumm läuft und diese sich ihr Attest vom selben Arzt geholt haben wie die anderen der insgesamt 140 Prüflinge, könnten nun auch sie ein Glaubwürdigkeitsproblem bekommen, da jener Arzt es offenbar mit den Untersuchungen nicht so genau genommen hat. Pech für sie. Es ist nachvollziehbar, dass auch Asta und Professorenschaft von dieser Taktik nicht begeistert sind.

Wenn wirklich strukturelle Gründe der Prüfungsorganisation für den Massenabbruch verantwortlich sein sollten, sollten die Studierenden die Probleme über Fachschaft und Unigremien einspeisen und auf eine Lösung dringen. Zudem sollte der Vorfall ein Signal sein, um die Studienberatung stärker auf die Mathe-Anforderungen zu fokussieren. Offenbar liegt hier der Hund begraben.

Und „Doktor Holiday“? Es wäre nur gerecht, wenn sich die Ärztekammer sein Treiben mal anschaut. Wenn alles in Ordnung ist, muss er nichts befürchten.

inge.jacobs@stzn.de

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