Unterstützt ein Rauchverbot in Autos: Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha. Foto: dpa

Österreich hat ein Rauchverbot in Autos mit Kinder erlassen. Jetzt wird auch in Deutschland intensiv über eine solche Maßnahme diskutiert.

Stuttgart - Soll Deutschland dem Beispiel Österreichs und anderer europäischer Ländern für ein Rauchverbot in Autos mit Kindern folgen? Der Präsident der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Dr. Thomas Fischbach fordert dies ausdrücklich. Unserer Zeitung sagte er: „Rauchen in Autos muss bei uns endlich verboten werden. Kinder haben ein Recht auf rauchfreie Autos“ Die Belastung mit Tabakrauch stelle eine „Gefährdung des Kindeswohles“ dar. „Solche Kinder haben ein bis zu 100 Prozent höheres Risiko, an Infektionen der unteren Atemwege, an Asthma, Bronchitis und Lungenentzündung zu erkranken.“ Der Mediziner beruft sich auf eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (Dkfz) in Heidelberg. Durch das Passivrauchen seien „Kinder besonders gefährdet, weil sie öfter atmen und ihr Entgiftungssystem noch nicht voll ausgebildet ist“, sagte Dr. Ute Mons vom Dfkz. Es sei „völlig unverständlich, dass die Politik hier nicht eingreift zum Schutz der Kinder“. Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) signalisierte am Sonntag Unterstützung für ein Verbot: „Ich unterstütze die in Deutschland neu entflammte Diskussion um ein Rauchverbot in Autos mit Kindern ausdrücklich.“ Stefan Teufel, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion sagte: „Wenn sich zeigt, dass Eltern der Verantwortung, die sie für die Gesundheit ihrer Kinder haben, nicht gerecht werden, ist es Aufgabe des Gesetzgebers, entsprechende Regelungen zu schaffen.“ Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, setzt auf Aufklärung: „Entscheidend ist, dass wir das Bewusstsein schärfen. Auch die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes, Cordula Lasner-Tietze, gibt Info-Kampagnen den Vorzug vor Verboten.

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