Das Heslacher Hallenbad ist auch ein naheliegendes Ziel für Schwimmer aus dem Bezirk Mitte. Der Bezirksbeirat lehnt deshalb reduzierte Öffnungszeiten ab. Foto: Gottfried Stoppel

Der Bezirksbeirat Mitte lehnt den Entwicklungsplan der Bäderbetriebe ab. Zwar gibt es kein Bad im Bezirk Mitte, doch gerade das Heslacher Bad sei für die Innenstadt wichtig, mahnte das Gremium.

S-Mitte - Die Grünen-Bezirksbeirätin Christa Bauer bat ihre Kollegen um Geduld, bevor sie das Wort bei der jüngsten Sitzung des Gremiums ergriffen hat. Sie habe sich ausführlich mit dem neuen Bäderkonzept der Stadt befasst und entsprechend umfangreich werde ihr Redebeitrag, kündigte sie an. Sie verbinde persönlich viel mit dem Heslacher Hallenbad, sagte sie. „Ich war Sportlehrerin und habe Kindern dort das Schwimmen gelehrt“, so Christa Bauer.

Die Grünen-Bezirksbeirätin nahm dann in ihrem Beitrag kritisch Stellung zu den Plänen der Bäderbetriebe. Ihre Kollegen hörten nicht nur gespannt zu, sondern signalisierten dann mit einem Votum gegen das Konzept der Bäderbetriebe eine ähnliche Sicht der Dinge.

Bezirksbeiräte diskutieren das Konzept

Der Bezirksbeirat Mitte räumte bei seiner vergangenen Sitzung einen Tagesordnungspunkt dem Bäderentwicklungsplan 2030 ein. Er sieht die Reduzierung der Öffnungszeiten für alle von derzeit 61 auf 37 Wochenstunden im Heslacher Hallendbad vor. Das Bad in Heslach soll genau wie das Leo-Vetter-Bad im Stuttgarter Osten während der Freibadsaison für die Allgemeinheit geschlossen bleiben. Das Personal soll so künftig für die Freibäder zur Verfügung stehen, argumentieren die Bäderbetriebe. Die umfassende Debatte im Bezirksbeirat Mitte offenbarte, dass die Lokalpolitiker das Thema beschäftigt. Gleichwohl gibt es im Bezirk Mitte selbst kein Hallenbad, das betroffen wäre von den Plänen der Bäderbetriebe. Dennoch schien von Gleichgültigkeit keine Spur zu sein in der Debatte der Kommunalpolitiker. Bezirkschefin Veronika Kienzle fasste die Stimmung in einem Satz zusammen. „Es geht ja auch um die Schwimmbäder, in denen wir schwimmen gehen“, sagte sie. Weil dem Bezirk Mitte ein eigenes Hallenbad fehlt, sind das Bad in Heslach oder das Leo-Vetter-Bad im Stuttgarter Osten naheliegende Ziele für die Schwimmer aus der Innenstadt.

Sonntage sollen geöffnet bleiben

Der CDU-Bezirksbeirat Klaus Wenk zeigte sich überzeugt, dass das Bäderkonzept ohnehin nicht in der vorgelegten Form realisiert wird. „Das kommt so nicht durch“, sagte er. Die SPD-Bezirksbeirätin Jeanette Füess erinnerte daran, dass gerade Sonntage geöffnet bleiben sollten. „Der Sonntag ist der Familientag“, sagte sie. Viele Bezirksbeirate mahnten an, dass die Stadt mehr tun müsse, um Personal für ihre Bäder zu gewinnen. „Da sind andere Städte viel weiter“, meinte Ralph Schelle von der Fraktion SÖS/Linke-plus.

Christa Bauer von der Grünen-Fraktion zog das Fazit, dass der Bäderentwicklungsplan 2030 nur der Kosteneinsparung diene. Das nannte sie den falschen Weg. „Für mich steht fest, dass jedes Kind schwimmen lernen sollte. Schwimmen ist für mich eben auch eine Kulturleistung“, sagte die ehemalige Sportlehrerin.

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