Gleise hinter dem Hauptbahnhof Stuttgart: Nur eine Minderheit im Rathaus wünscht sich, dass man noch ein wenig länger ein paar oberirdische Schienen haben könnte. Foto: dpa/Franziska Kraufmann

Oberirdische Gleise zum Hauptbahnhof soll es in Zukunft nicht mehr geben, da ist eine große Mehrheit der Stuttgarter Stadträte sehr entschieden. Aber bezüglich einer unterirdischen Ergänzungsstation für den neuen Tiefbahnhof ist das letzte Wort vielleicht noch nicht gesprochen.

Stuttgart - Was muss am Bahnknoten Stuttgart verbessert werden, damit der Schienenverkehr auf lange Sicht leistungsfähig ist? Damit hat sich am Dienstag der Technik-Ausschuss befasst – und einige Dinge beschlossen. So unterstützt eine Mehrheit im Rathaus es, falls das Land und die Region oder die Bahn untersuchen lassen, ob eine unterirdische Ergänzungsstation für den Tiefbahnhof machbar wäre.

Zunächst hatten Grüne, Linksbündnis und Fraktionsgemeinschaft Puls beantragt, die Stadt solle eine solche Studie erstellen. Die SPD wünschte eine Änderung. Mit Erfolg. Der Tenor: Die Stadt unterstützt die Prüfung ideell. Er habe die aktive Rolle der Stadt vermeiden wollen, weil sich in der Folge die Frage der Kostenübernahme stellen könnte, erläuterte SPD-Fraktionschef Martin Körner unserer Zeitung. Er sei jedoch skeptisch, ob die Station machbar sei. Für wichtig hält er, und das wurde auf seinen Antrag zum wiederholten Mal ebenfalls beschlossen, dass die zu prüfenden Ausbauoptionen „die städtebau- und wohnungspolitischen Ziele der Stadt nicht erheblich beeinträchtigen und verzögern“.

Grüne schöpfen Hoffnung auf eine sachliche Debatte

Angenommen wurde mithilfe der FDP auch der Antrag von Grünen, Linksbündnis und Puls, wonach die heutige Panoramabahnstrecke der Gäubahn nach Feuerbach und – mittels eines neuen Nordkreuzes – nach Bad Cannstatt angebunden werden soll. Die Gäubahnzüge sollen also nicht hinter einem „Nordhalt“ beim Stuttgarter Nordbahnhof an einem Prellbock halten. Den Nordhalt soll es geben, wenn die angestammte Verbindung mit dem Hauptbahnhof im Sommer 2025 gekappt wird, weil das gesamte Gleisvorfeld des Kopfbahnhofs wenig später abgeräumt werden soll. Die Gäubahn wird fünf bis zehn Jahre später zwar zum neuen Tiefbahnhof geführt werden, aber nicht über die Panoramabahnstrecke. Das Linksbündnis möchte zwar immer noch ein paar Gleise zwischen dem Kopfbahnhof und dem Gäubahnviadukt beim Nordbahnhof oberirdisch erhalten, um einen ununterbrochenen Bahnverkehr auf der Panoramabahnstrecke bis zum Hauptbahnhof zu gewährleisten – doch es hat im Rathaus keine Mitstreiter.

Grünen-Stadtrat Björn Peterhoff war zufrieden. Nach dem Vorstoß des Bundesverkehrsministeriums für eine andere Gäubahnanbindung am Flughafen sei die Vorsorge für einen zukunftsfähigen Bahnknoten und ein Störfallkonzept für die S-Bahn noch wichtiger geworden. Am Dienstag seien die Gräben zwischen S-21-Befürwortern und S-21-Kritikern aber etwas schmäler geworden. Er habe Hoffnung, dass man sich sachlich über weitere Ergänzungen, auch eine unterirdische Station, unterhalten werde.

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