David Schmidt gibt immer alles.David Schmidt geht immer mit vollem Einsatz voran. Foto: Pressefoto Baumann

Neuzugang David Schmidt vom Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart gibt an diesem Donnerstag (19 Uhr) sein Heimdebüt gegen die Rhein-Neckar Löwen. Selbst Trainer Jürgen Schweikardt ist überrascht von seinen Leistungen.

Stuttgart - Die Tabelle lügt nicht – oder doch? Den TVB Stuttgart und die Eulen Ludwigshafen trennten am Ende der vergangenen Saison der Handball-Bundesliga gerade mal zwei Plätze, „doch zwischen den beiden Vereinen liegen Welten“, sagt David Schmidt. Und der muss es wissen, schließlich wechselte er im Sommer zu den Schwaben – was für ihn als gebürtigen Karlsruher zwar kein Kulturschock, aber zumindest eine Umstellung war. Positiver Art. „Ich war überrascht von der Professionalität, die hier herrscht.“

Er denkt dabei vor allem an die Rahmenbedingungen beim TVB, den Olympiastützpunkt, dessen Einrichtungen die Spieler nutzen können. „Die Möglichkeiten in Sachen Leistungsdiagnostik habe ich so bisher nicht gesehen“, sagt der 24-Jährige – auch wenn der Bereich nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen eines Handballers zählt. Doch im Vergleich zum TVB waren die Eulen (Etat etwa 1,2 Millionen Euro) arme Kirchenmäuse, was sich auch bei dem Wechsel offenbarte. „Wir sind bei David an die Schmerzgrenze gegangen“, so Geschäftsführer Marcus Endlich im Winter, „es war einfach nicht mehr möglich.“

120 Tore für Die Eulen

Der Klassenverbleib am letzten Spieltag grenzte schon an eine kleine Sensation, an der Schmidt maßgeblichen Anteil hatte – mit seinen 120 Toren. Dabei hätte er in der Endphase eigentlich gar nicht mehr spielen dürfen wegen einer Leistenverletzung. Doch Schmidt biss auf die Zähne und machte wegen der Schmerzen nur noch das Abschlusstraining mit und das Spiel natürlich. Diesen Einsatz vergaßen die Fans nicht, die ihm am Ende am liebsten ein Denkmal gebaut hätten.

Ganz so weit ist es in Stuttgart noch nicht, doch Schmidt hat das Potenzial, auch hier ein Publikumsliebling zu werden. Sein Trainer Jürgen Schweikardt ist jedenfalls schon voll des Lobes: „Ich bin sehr positiv überrascht.“ Schließlich litt der Linkshänder zum Start der Vorbereitung noch an den Nachwehen der Leisten-OP, die er unmittelbar nach Saisonende ausführen ließ. Dennoch geht der Motorradfan dahin, wo’s wehtut, er ist ein aggressiver Leader, ein Führungsspieler. Dabei hat er im rechten Rückraum Konkurrenz durch Robert Markotic. „Doch David hat die Nase vorn“, sagt Schweikardt. In der Abwehr sowieso, aber auch im Angriff hat er aufgeholt und wie sein Konkurrent vier Tore zum Start in Leipzig gemacht. Obwohl er offensiv nur in der zweiten Hälfte eingesetzt wurde. „60 Minuten Abwehr und Angriff zu spielen wäre zu viel“, meint sein Trainer. Und Schmidt? Runzelt die Augenbrauen. „Für mich ist es eher ungewohnt, nicht durchzuspielen“, sagt der Neuzugang vor dem Heimauftakt diesen Donnerstag (19 Uhr) gegen die Rhein-Neckar Löwen.

Heimdebüt in der Porsche-Arena

Und das gleich in der Porsche-Arena. Die kennt er zwar schon, aber nur von einem Vorspiel. Vor ein paar Jahren trat er mit Kronau II in der Oberliga gegen Kornwestheim an, vor ein paar Hundert Zuschauern. Jetzt sieht es anders aus, auch wenn es noch genug Karten an der Abendkasse gibt. Doch nicht nur wegen der Halle ist das Spiel etwas Besonderes, auch wegen des Gegners. Den kennt Schmidt bestens. Schließlich hatte er mal ein Zweitspielrecht, ohne große Spuren zu hinterlassen. „Ich kam rein, wenn wir zehn Tore vorne lagen“, erinnert er sich. Das bringt einen nicht weiter, deshalb auch der Schritt zurück zu den Eulen.

Doch jetzt soll der nächste Schritt folgen. „Ich bin überzeugt, dass der TVB noch nicht am Ende der Fahnenstange ist.“ Und die Kluft zu den Löwen in puncto Struktur gar nicht so groß ist. „Der Unterschied liegt beim Etat, was sich auf den Kader niederschlägt.“ Spieler wie Andy Schmid oder Patrick Groetzki, mit denen er noch in einer Whatsapp-Gruppe ist. Seine mündliche Nachricht lautet nun: „Wir wollen die Löwen ärgern, solange es geht.“

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