Mit seinem früheren Mitspieler Kai Havertz ist David Nieland immer noch befreundet, vom Ex-Bochumer Coach Thomas Reis hat er in Wolfsburg viel gelernt. Nun versucht der Stürmer bei den Stuttgarter Kickers wieder nach oben zu klettern.
Natürlich fühlte er eine gewisse Erleichterung. „So ein Tor kann auch immer etwas freisetzen“, sagt David Nieland. Der Neuzugang der Stuttgarter Kickers hat beim 5:1-Kantersieg beim FSV Hollenbach seinen ersten Treffer für den Fußball-Oberligisten erzielt. „Ein Stückweit habe ich mir das durch harte Arbeit im Training auch verdient“, schiebt der 23-Jährige hinterher.
Erst in der Woche vor dem Saisonstart beim FC Holzhausen (4:0) haben die Blauen die Verpflichtung des Stürmers klargemacht. Regionalligist TSV Steinbach Haiger legte ihm bei dem Wechsel – trotz eines ursprünglich noch bis Saisonende laufenden Vertrags – keine Steine in den Weg. „Auf den ersten Blick ist das ein Schritt zurück. Aber manchmal muss man den gehen, um wieder nach vorne anzugreifen“, sagt Nieland.
Warten auf die Chance
Wobei er alles andere als einen Raketenstart bei seinem neuen Club in Degerloch hinlegte. In neun Oberligaspielen kam er in der Mannschaft von Trainer Mustafa Ünal nur auf drei Kurzeinsätze mit insgesamt 44 Spielminuten. „Ich bin spät zum Kader gestoßen und die Qualität ist hoch, da wird einem nichts geschenkt, aber ich werde alles dafür tun, dass meine Zeit kommen wird“, verspricht er. Geduldig und mit professioneller Einstellung wartet er auf seine Chance. In Hollenbach hat er sie bekommen – und erstmals genutzt.
Damit erst gar kein falscher Verdacht aufkommt: Nieland wurde nicht als der viel diskutierte Ersatz für Kapitän Mijo Tunjic (sechs Saisontore für den 1. Göppinger SV) verpflichtet. Der Neuzugang ist nicht der klassische Stoßstürmer, der sich mit Vehemenz in jeden Zweikampf stürzt – er bringt seine Stärken am besten zur Geltung, wenn er um einen wuchtigen Angreifer, wie etwa David Braig, herumspielt. Nieland ist beweglich, schnell, dynamisch, technisch stark und bringt dank seiner guten Schusstechnik hohe Abschlussqualitäten mit. „David soll sich bei uns weiterentwickeln, mit ihm sind wir in der Offensive noch schwerer ausrechenbar“, sagt Sportdirektor Marc Stein.
Mit Havertz in DFB-Teams am Ball
Die Vita von Nieland ist vielversprechend. Der gebürtige Berliner spielte in der Jugend bei Hertha BSC, wechselte in der U17 zum VfL Wolfsburg und dann 2018 zum SC Freiburg II. Im Breisgau – wo seine Freundin studiert – war er drei Jahre lang am Ball, ehe er 2021 zum TSV Steinbach Haiger wechselte. Wer ihn auf seinem bisherigen Weg am meisten prägte? Nieland streicht zwei Trainer heraus: Den vor kurzem beim Bundesligisten VfL Bochum entlassenen Thomas Reis aus der Zeit beim Nachwuchs der „Wölfe“ und Christian Preußer (aktuell Borussia Dortmund II), mit dem er in Freiburg zusammenarbeitete. Aus gemeinsamen Tagen in den deutschen U-Nationalmannschaften (insgesamt neun Einsätze) verbindet Nieland immer noch eine Freundschaft mit A-Nationalspieler Kai Havertz vom englischen Premier-League-Club FC Chelsea.
In solche Sphären wird Nieland in seiner Karriere nach menschlichem Ermessen nicht mehr vorstoßen, aber nach oben klettern will er zweifelsohne. „Die Kickers als Traditionsverein mit tollen Fans und professionellen Bedingungen sind eine gute Plattform. Ich will hier etwas erreichen und meinen Teil zum Aufstieg beitragen“, sagt er. Vielleicht schon mit weiteren Toren an diesem Samstag (14 Uhr/Gazi-Stadion) im Heimspiel gegen die Sport-Union Neckarsulm – wenn er die Chance dazu erhält.
WFV-Pokal-Achtelfinale
1. November
FC Normannia Gmünd – FSV 08 Bietigheim-Bissingen, FV Rot-Weiß Weiler – TSG Backnang, Sport-Union Neckarsulm – SSV Ulm 1846, SV Fellbach – Stuttgarter Kickers, VfB Bösingen – VfR Aalen, FC 07 Albstadt – Türkspor Neu-Ulm,