David Müller hat nicht aktiv nach einem Raum für ein Café gesucht, aber die Gemeinde Deckenpfronn wusste von seinem Traum und kam auf ihn zu, als ein Laden frei wurde. Foto: / Stefanie Schlecht

David Müller eröffnet in Deckenpfronn das „Café Kuh“ und serviert Kuchen, Torten und Eis – alles selbst gemacht. „Wie bei Oma“ soll es bei ihm schmecken, und tatsächlich hat der Konditor einige Rezepte seiner Großmutter übernommen.

David Müller ist „ein bissle nervös“, sagt er und strahlt dabei übers ganze Gesicht. Kein Wunder, denn an diesem Mittwoch erfüllt sich sein lang gehegter Wunsch: Er eröffnet sein eigenes Café. Schon während seiner Ausbildung als Konditormeister hatte er davon geträumt, „was Kleines, Schnuckeliges“ zu eröffnen.

 

Aktiv hatte er gar nicht nach einem passenden Raum gesucht, erzählt der 29-Jährige. Als vergangenes Jahr in zentraler Lage in Deckenpfronn eine barrierefreie Immobilie frei wurde, sei die Gemeinde mit dem Wunsch auf ihn zugekommen, den Ortskern gastronomisch zu beleben. Das war der Startschuss für Müllers Traum.

Ein Name, der zieht

Die Eröffnung zog sich lange hin, weil die neue Küche nicht geliefert wurde, aber nun geht es los: Am Mittwoch um 9.30 Uhr schließt David Müller zum ersten Mal an der Calwer Straße 10 sein „Café Kuh“ auf. Den Name hat er nicht nur deshalb gewählt, weil „Café Müller“ niemanden hinterm Ofen hervorlocken würde, wie er mit einem Lachen sagt, sondern auch wegen seiner Wurzeln: „Ich stamme aus einem landwirtschaftlichen Betrieb, und das Café soll in Verbindung zum Hof bestehen. “

Lecker schmecker: Eis vom Haselstaller Hof /Stefanie Schlecht

Müller ist auf dem Haselstaller Hof aufgewachsen, der unweit entfernt an der Grenze des Landkreises Calw liegt. Mit Deckenpfronn ist Müller eng verbunden, weil er dort zur Schule gegangen ist. Das Besondere an seinem Café ist, dass Müller fast alles selbst herstellt. Auf dem elterlichen Hof hat die Familie extra die Produktion so erweitert, dass der Konditor nun in großem Stil backen kann. Je nach Jahreszeit möchte er verschiedene Sorten anbieten: Klassiker wie Zwetschenkuchen, Apfelkuchen oder Schokosahnetorte, aber auch mal Himbeerkuchen mit Baiserhaube oder Zitronensahnetorte. „Einfacher Kuchen wie bei Oma“, so beschreibt er sein Angebot. Das ist nicht nur so dahingesagt, tatsächlich hat Müller einige Backrezepte seiner Oma übernommen. Sein persönlicher Liebling ist der Käsekuchen, er rechnet aber damit, dass sein Heidelbeerkuchen besonders gut ankommt. „Der ist immer am schnellsten weg“, sagt er und lacht.

Produziert wird auf dem Haselstaller Hof

Neben den Kuchen und Torten ist auch das Eis selbst gemacht. Es stammt auch aus der Produktion des Haselstaller Hofs, wo die Bauernfamilie seit 2006 Eis herstellt. Damals begannen Müllers Eltern, sich neben der Landwirtschaft ein zweites Standbein aufzubauen und aus der hofeigenen Milch Eis zu produzieren. Das kam so gut an, dass aus der Eisproduktion inzwischen ein separates Gewerbe wurde, dessen Geschäftsführer David Müller und sein Vater Traugott sind.

Jährlich stellt die Familie etwa 40 000 Liter Eis her. Verkauft wird es direkt am Hof, aber auch in Supermärkten, Bäckereien sowie anderen Hof- und Mühlenläden in den Landkreisen Böblingen, Calw, Tübingen und in Fellbach und es wird auch von manchen Gastronomen serviert. Im Angebot sind 22 Sorten sowie zwei, drei saisonale Besonderheiten. Neben gängigen Sorten kreieren die Müllers eigene Geschmacksrichtungen wie Buttermilch-Heidelbeere oder weiße Schokolade-Physalis.

Eis nur mit echten Früchten

Müller betont, dass keine künstlichen Stoffe, keine Weichmacher oder Aromen hinzugefügt werden; im Sorbet und Fruchteis würden nur echte Früchte verwendet. „Das Pistazieneis ist bei uns deshalb eher bräunlich und nicht grün“, erklärt er. Das Haselstaller Erdbeereis hingegen sei knallrot und das Mangoeis knallgelb, weil der Fruchtanteil mit 50 Prozent besonders hoch sei.

Damit die Gäste nicht nur die süßen Gelüste stillen können, bietet David Müller mittags salzige Snacks an wie Wurstsalat oder überbackenes Landbrot. Aber auch Frühstück steht auf der Karte, außerdem gibt es eine Verkaufsecke mit Pralinen und Fruchtaufstrichen vom Haselstaller Hof. Müller ist selbst gespannt, was die Gäste am meisten nachfragen werden und wie viele Kuchen und Torten er von welcher Sorte wohl backen muss. „Ich fange einfach mal an, bis sich alles eingespielt hat“, sagt er.