Das Haus Nummer 2 ist seit der Brandkatastrophe, bei der zwei Menschen starben, einsturzgefährdet. Foto: Ines Rudel

In der Nürtinger Schafstraße musste erneut eine Notabsperrung errichtet werden. Wieder geht es um eine der beiden verwahrlosten und schon lange nicht mehr bewohnbaren Brandruinen.

Erneut geht von einer der verwahrlosten Brandruinen in der Schafstraße in Nürtingen Lebensgefahr aus. Wie ein Sprecher der Stadt erklärte, ist vor einigen Tagen vom Gebäude Nummer 4 ein Dachziegel auf den Gehsteig gefallen. Daraufhin hat die städtische Verwaltung eine Notabsperrung errichtet, bei der der Gehweg gesperrt wurde.

 

Bereits vor dreieinhalb Jahren stellte die Stadtverwaltung die Lebensgefahr in der Umgebung der Brandruine Hausnummer 2 durch herabfallende Teile fest. Daraufhin wurde der dortige Gehweg bereits weiträumig abgesperrt. Das erste verheerende Feuer zerstörte Anfang November 2020 das Gebäude Nummer 2. Bei dieser Brandkatastrophe verloren zwei Menschen ihr Leben. Bis heute ist unklar, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte, bei der viele Menschen ihre Wohnung verloren und in Notunterkünften einquartiert werden mussten. Die beiden Gebäude verfallen seither, lange Zeit wurde dort illegal Müll gelagert.

Die Behörden ermitteln immer noch

Das Haus Nummer 2 ist seither einsturzgefährdet und hat sich zusammen mit dem Nachbarhaus, in dem es im November 2020 tags darauf ebenfalls brannte, zu einem Schandfleck entwickelt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zum Brand in diesem Haus dauern immer noch an.

Vor einem Jahr hatte die Nürtinger Stadtverwaltung den Abriss verlangt, dagegen wurde Einspruch erhoben. Nachdem die Eigentümer die Verwaltung hinhielten, folgte in diesem Frühjahr die sofortige Abrissverfügung, wieder gefolgt von einem Einspruch. Nun liegt der Fall seit Monaten zur Entscheidung beim Regierungspräsidium. Zum Stand dieses laufenden Verfahrens gibt die Stadtverwaltung derzeit keine Auskunft. Zwischenzeitlich hatte sich die Kommune für den Kauf der Häuser Schafstraße 2, 4 und 6 interessiert, nachdem die Objekte auf einer digitalen Verkaufsplattform für drei Millionen Euro inseriert worden waren. Es kam nicht zu dem Kauf, nachdem sich herausgestellt hatte, dass nur das Haus Nummer 4 zu einem hohen Preis zu haben gewesen wäre. Nun habe die Eigentümerin eine Notsicherung auf dem Dach veranlasst. „Danach kann unser Ordnungsamt entscheiden, ob gesperrte Gehwege wieder freigegeben werden können“, erklärte ein Sprecher der Stadt.