Dauerbrenner Was daraus wurde

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Die Glastüre verletzte einen seh- und gehbehinderten Degerlocher. Foto: Weingand
Die Glastüre verletzte einen seh- und gehbehinderten Degerlocher. Foto: Weingand

Es gibt Themen, die passen nicht in ein einziges Jahr. Wie zum Beispiel der Streit um die Tür des Bezirksrathauses.

Degerloch - Schon mehrere Meter bevor man das Bezirksrathaus erreicht, schwingen die automatischen Türen auf. Während man durchläuft, schließen sie sich bereits wieder. Das wurde Wilhelm Polz im Januar zum Verhängnis. Der seh- und gehbehinderte Degerlocher wurde von der schweren Glastür getroffen und am Arm verletzt. Er forderte Schmerzensgeld von der Stadt, die sich jedoch nicht in der Verantwortung sah. Warum nur kurze Zeit später verkündet wurde, dass die Tür für mehrere Tausend Euro mit neuen Sensoren ausgestattet wird, wurde nie beantwortet. Polz wollte dies jedenfalls nicht hinnehmen. Er zog vor Gericht. Er bekam zwar nicht recht, man einigte sich aber auf einen Vergleich. Die Stadt muss Polz 500 Euro bezahlen. Für ihn zählt nicht das Geld, wie er betonte, sondern der moralische Erfolg.

Mensa? G 9? Oder beides?

Gleich zwei Themen haben das Wilhelms-Gymnasium (WG) in diesem Jahr umgetrieben. Zum einen wünschte man sich seit Jahren eine Mensa. Zum anderen die Wiedereinführung des neunjährigen Abiturs für eine Klasse im Jahrgang. Beides blieb der Schule verwehrt. Die Mittel aus dem Haushalt standen bereit, an Ostern sollte der Mensabau beginnen. Dann ruderte die Stadt zurück. Wegen der Veränderungen in der Schulentwicklung wurden die Pläne neu überarbeitet. Der Baubeginn wurde in Etappen auf Sommer 2013 verschoben. In Sachen Schulversuch mit G 9 hatte das WG auch Pech. Sein Antrag wurde nicht berücksichtigt. Der Rektor ließ sich aber nicht entmutigen und stellte einen neuen Antrag für das kommende Schuljahr.

Gegenwehr mit Geschmäckle

Unverhofft traf Ende 2011 der Geldsegen die Gemeinde Mariä Himmelfahrt. 2,3 Millionen Euro bewilligte die Stadt aus den Haushaltsmitteln für einen Neubau und eine Erweiterung ihres baufälligen Kindergartens an der Hoffelder Sprollstraße. Der Kindergarten an der Reutlinger Straße soll dann aufgelöst werden. Die Stadt ruderte später zwar zurück, weil sie das Geld nicht gleich bereitstellen konnte. An der Bewilligung ist aber nicht mehr zu rütteln. Die Freude bei der Gemeinde war groß. Aus dem Segen wurde jedoch ein Fluch: Anwohner übten Kritik; sie fürchten die Elterntaxis. Auch Lokal- und Kommunalpolitiker waren darunter. Es gab Gerüchte, sie könnten ihre politische Position ausnutzen. Am Ende schaffte es der Streit bis ins Fernsehen. Die Stadt soll nun prüfen, ob sie einen Neubau an der Reutlinger oder an der Sprollstraße für besser hält. Das letzte Wort darüber hat der Kirchengemeinderat.

Keine Premium-Planung

Im Dezember 2011 sollte sie eröffnen, die SSB-Premiumagentur im ehemaligen Kundenzentrum am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Dieses wurde im September 2011 geschlossen. Das hatte die SSB stolz und laut verkündet. Tatsächlich geklappt hat es Ende April. Stinksauer standen Kunden im Dezember vor verschlossenen Türen. Man habe sich nicht genug über die rechtlichen Grundlagen informiert, sagte die SSB. Premium-Planung – Fehlanzeige.

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