Von Dezember an „Ort des historisch-politischen Lernens“: ehemaliges Hotel Silber Foto: dpa

„Erschreckende und anrührende Objekte“ kündigt Thomas Schnabel, Direktor des Hauses der Geschichte, für die Dauerausstellung des „politisch-historischen Lernortes“ Hotel Silber an. Eröffnung ist am 3. Dezember.

Stuttgart - Als „Ort des historisch-politischen ­Lernens und der Begegnung“ soll das ehemalige ­Hotel Silber in Stuttgart wie ­geplant am 3. Dezember offiziell eröffnet werden. „Das Ausstellungskonzept und die Ausstellungsvorbereitung durch das Haus der Geschichte Baden-Württemberg sind so rechtzeitig fertig, dass von unserer Seite einer Eröffnung am 3. ­Dezember nichts im Weg steht“, sagt ­Thomas Schnabel, Direktor des Hauses der Geschichte, im Interview. Im Stuttgarter Landtag hatte es Zweifel gegeben, ob der Termin gehalten werden kann.

„Teilweise erschreckende Objekte zu sehen“

Gewürdigt wird dann sicher auch die ­2009 gegründete Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber. Sie wandte sich gegen den geplanten Abriss des Gebäudes und erreichte 2011 einen Beschluss des Landes, das Gebäude zu erhalten. Schon seit 1929 als Polizeidirektion auch Zentrale der Politischen Polizei in Württemberg, diente das Gebäude zwischen 1937 und 1945 als Zentrale der Geheimen Staatspolizei Hitler-Deutschlands für Württemberg und Hohenzollern. „Es werden teilweise ­erschreckende und anrührende Objekte ebenso zu sehen sein, wie viele bisher unbekannte Informationen zur polizeilichen Arbeit und zum Terror der Gestapo“, kündigt Schnabel an, der als ­Direktor des Hauses der Geschichte auch die künftige Außenstelle Hotel Silber verantwortet.

Landesregierung bestätigt Eröffnung am 3. Dezember

Ursprünglich hätte diese bereits 2017 ­eröffnet werden sollen. Zum Startdatum 3. Dezember steht auch die Landesregierung. „Aus baulicher Sicht sind keine Gründe ­erkennbar, die den vorgesehenen Eröffnungstermin in ­Frage stellen würden“, antwortete Ende Mai das Wissenschaftsministerium auf eine SPD-Anfrage. Im Mittelpunkt der Dauerausstellung stünden, so Thomas Schnabel, „die Täter und ihre Opfer, die Kontinuität von Verfolgungsschicksalen über die verschiedenen Systeme hinweg, aber auch die Wandlung der Polizei“.

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