Tacho, Tankanzeige und Navi auf einem Bildschirm: Das Autocockpit wird immer multimedialer Foto: Audi

Automatischer Notruf, Vernetzung der Fahrzeuge, neue Assistenzsysteme. Der Landesbeauftragte für den Datenschutz, Jörg Klingbeil, warnt vor dem gläsernen Autofahrer. Ohne klare Rechtsgrundlagen komme der Datenschutz „unter die Räder“.

Stuttgart - Überlässt man die Entwicklung des intelligenten Autos nur den Ingenieuren, ist es zum gläsernen Fahrer nicht mehr weit, warnt der Landesbeauftragte für den Datenschutz, Jörg Klingbeil. Der von der EU angeregte automatische Notruf, die Vernetzung der Fahrzeuge untereinander, aber auch die neuen Assistenzsysteme lieferten Informationen, die sich auch Personen zuordnen lassen. Wenn es dafür nicht endlich klare Rechtsgrundlagen gebe, drohe der Datenschutz „unter die Räder“ zu kommen.

Während Autohersteller wie Daimler betonen, Datenschutz und Informationssicherheit genössen höchste Priorität, haben die Firmen nach Klingbeils Eindruck vor allem die technische Seite im Blick: „Die Menschen werden aber kein Vertrauen haben, wenn der Datenschutz nicht früh mitgedacht wird.“ Die „datenfreie Fahrt“ müsse auch in Zukunft möglich sein. Deshalb lehnt Klingbeil auch die elektronische Maut-Erhebung ab und plädiert für Vignetten.

Als „richtige Seuche“ bezeichnete Klingbeil, der am Montag seinen Tätigkeitsbericht für die Jahre 2012 und 2013 vorstellte, den Einsatz von Videoüberwachungskameras. Man könne nicht mal mehr unbeobachtet im Wald spazieren gehen.

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