KI-Jobs sind laut der Datenanalyse von Mind Change in Stuttgart besonders gefragt (Symbolbild). Foto: IMAGO/Aviation-Stock

Nur Auto und Maschinenbau? Laut der Datenanalyse einer Unternehmensberatung sollen sich die Stuttgarter besonders auch für Jobs im KI-Bereich interessieren.

Künstliche Intelligenz ist in der deutschen Arbeitswelt angekommen – und Stuttgart mischt vorne mit. Laut einer aktuellen Analyse der Berliner Unternehmensberatung Mind Change zählt die baden-württembergische Landeshauptstadt zu den aktivsten Städten, wenn es um die Online-Suche nach Jobs im Bereich KI geht. Im Verhältnis zur Bevölkerung liegt Stuttgart bundesweit auf Platz drei – direkt hinter Frankfurt am Main und München.

 

Während Berlin mit rund 2.670 monatlichen Google-Suchanfragen zu KI-Jobs die höchste absolute Zahl verzeichnet, zeigt der Pro-Kopf-Vergleich ein differenzierteres Bild: Frankfurt führt mit knapp 25 Suchanfragen pro 10.000 Einwohner, München (11,70) und Stuttgart (11,69) folgen dicht dahinter. Stuttgarterinnen und Stuttgarter interessieren sich also besonders für die neue Technologie.

Stuttgart hat ein Problem

Ob die gesteigerte Nachfrage nach KI-Jobs auch mit der angespannten Lage der Industrie zusammenhängt, bleibt offen. Erst vor einigen Tagen veröffentlichte die IHK eine Konjunkturumfrage, in der nur 23 Prozent der 1007 befragten Unternehmen ihre Lage als gut bewerteten, 48 Prozent als befriedigend und 30 Prozent als schlecht. Die IHK spricht von einer „schwierigen Lage“, was das wachsende Interesse an Technologien wie KI möglicherweise ebenfalls erklärt.

Trotz der steigenden Nachfrage warnt Andreas Schnittker, Geschäftsführer von MindChange, dass Deutschland beim Thema KI hinterherhinke: „Wir googeln die Zukunft, während andere Länder längst die Systeme bauen, die morgen bestimmen.“

Erst vor wenigen Tagen sorgte die Deutsche Telekom für Schlagzeilen, als sie ankündigte, gemeinsam mit dem Unternehmen Nvidia massiv in den Aufbau von KI-Rechenzentren einzusteigen. In München soll für über eine Milliarde Euro eine erste „KI-Fabrik“ entstehen – der Auftakt einer umfassenderen KI-Strategie. Zudem hofft der Konzern, in ein EU-Förderprogramm für sogenannte AI-Gigafactories aufgenommen zu werden.

Brüssel plant den Aufbau von vier bis fünf solcher Großrechenzentren, um Europas Unabhängigkeit von US-Anbietern wie OpenAI, Google, Microsoft und Meta zu stärken. In Deutschland stehen mehrere große Städte und Unternehmen im Wettbewerb um eine solche Gigafactory. Neben der Telekom hoffen auch die Schwarz-Gruppe und der Cloud-Anbieter Ionos auf den Zuschlag.

Hintergründe zu der Datenanalyse
Die Analyse von Mind Change basiert auf dem monatlichen Google-Suchvolumen für verschiedene KI-Berufe – darunter Data Scientist, Machine Learning Engineer und Prompt Engineer – in den 25 größten deutschen Städten. Untersucht wurde der Zeitraum vom 1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2025.