Diana Wilhelm aus Schwäbisch Hall. Foto: StZN

Stuttgart ist die letzte Station, um sich in einem offenen Casting für die 13. Staffel der RTL-Show „Das Supertalent“ zu bewerben. Entsprechend groß ist am Samstag der Andrang – und auch die Enttäuschung.

Stuttgart - Fünf Minuten Rampenlicht. Dass ist, auf was hier alle hoffen. Auch Diana Wilhelm, die in einem Konferenzzimmer des Park Inn Hotels in der Hauptstätter Straße sitzt und in ihrem mintgrünen orientalischen Tanzkostüm gespannt darauf wartet, endlich aufgerufen zu werden. Auf ihrem Kleid trägt sie eine aufgeklebte Nummer: 9715. Ob die Ziffer Rückschlüsse auf die Teilnehmerzahl an den 19 offenen Castings zur RTL-Show „Das Supertalent“ erlaubt, will hier niemand verraten. „Wir nennen keine Zahlen“, lässt Gina Diemer wissen. Sie ist beim Casting im Stuttgarter Park Inn by Radisson Hotel am Samstagnachmittag zuständig für die Presse, die hier zwar willkommen ist, wie es heißt, aber beileibe nicht alles sehen darf. Zugang zum Castingraum? Leider nein.

Letzte Station

Stuttgart ist die letzte Station, um sich in einem offenen Casting ohne vorherige Anmeldung für die 13. Staffel der RTL-Show „Das Supertalent“ zu bewerben. Entsprechend groß ist am Samstag am Park Inn in der Nähe des Marienplatzes der Andrang. Die zumeist jungen Talente, die hier zeigen wollen, was sie können, kommen dabei beileibe nicht nur aus der Region. Wer anderswo in Deutschland, der Schweiz, Österreich oder Luxemburg nicht zum Zug kam, weil das Casting schon voll war, versucht es nun eben noch einmal in Stuttgart. Die letzte Chance für einen der offensichtlich begehrten Startplätze.

Man mag von der Show um die beiden Stammjuroren Dieter Bohlen und Bruce Darnell halten, was man will. Vor dem Park Inn findet sich am Samstag niemand, der die „bunteste Castingshow Deutschlands“, so die Selbstbeschreibung der Produktionsfirma, nicht „fabelhaft“, „ganz toll“ oder „einfach super“ findet. Nachdem die Interessenten, die allermeisten davon Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern, die Schlange vor der Hotellobby überwunden haben, werden die Sänger und Sängerinnen, Artisten und Tänzer erst einmal registriert und mit vielen anderen in das zum Warteraum umfunktioniertes Konferenzzimmer gebeten, in dem auch schon Diana sitzt.

Mädchen setzten auf Pop-Nummern

„Sie ist wahnsinnig begabt und war in Ihrer Tanzgruppe total unterfordert“, sagt ihre Tanzlehrerin Shahinda Gamal. Sie unterrichtet das achtjährige Mädchen aus Schwäbisch Hall seit einem Jahr in Bauchtanz. „In der regionalen Szene gilt sie schon als Ausnahmetalent.“ Auf die Frage, wie man so jung zum Bauchtanz kommt, erzählt Mutter Ludmilla, dass ihre Tochter mit drei Jahren ein Youtube-Video einer bauchtanzenden Russin gesehen habe. „Seitdem hat sie das nachzuahmen versucht.“

Hört man sich um, haben die meisten, die hier auf eine Einladung zu einer der Show-Aufzeichnung im August in Bremen hoffen, kein auch nur annähernd so ausgefallenes Talent. Das Gros der Casting-Teilnehmer hofft mit einer Gesangsnummer den Durchbruch zu schaffen. Scharen von Mädchen haben dazu Pop-Songs eingeübt. So wie die zehnjährige Reutlingerin Lorena Leocata, die mit ihrem Vater Alfredo ein Lied von Gianna Nannini einstudiert hat: „Un‘ estate italiano“, der WM-Song von 1990. Eigentlich bestreitet Lorena Auftritte schon selbst. Diesmal ist aber Vater Alfredo zur Unterstützung dabei. „Ich bin ziemlich aufgeregt“, gibt das Mädchen zu.

Keine fixe Zusage

Vom Preisgeld von 100 000 Euro, das beim Live-Finale des „Supertalents“ am 21. Dezember der Erstplatzierte kassiert, sind die Stuttgarter Casting-Teilnehmer indes allesamt noch weit entfernt: Kein einziger hat am Samstag eine definitive Zusage erhalten. Und auch einen goldenen Buzzer, der direkt ins Finale führt, gibt es hier natürlich nicht. „Man bekommt hier eine Absage oder ein Vielleicht“, sagt Gina Diemer.

Und auch großes Talent allein scheint nicht auszureichen, um sich für „Das Supertalent“ zu qualifizieren. Die kleine Diana, so Diemer, konnte sich leider mit ihrer Bauchtanznummer nicht durchsetzen. Ihr Traum vom Rampenlicht hat sich vorerst noch nicht erfüllt.

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