Spiel des Jahres Jens Lehmann (li.) und Joachim Löw (re.) mit Nicolas Helbling Foto: Baumann

Viele Stars, zahlreiche Zuschauer, gute Stimmung – das Benefizspiel von Sami Khedira hätte kaum besser laufen können. Bis zu 300. 000 Euro sind für soziale Zwecke zusammen gekommen.

Stuttgart - Da staunte auch der Bundestrainer. „Ich hätte nicht gedacht, dass über 10 000 Zuschauer kommen“, sagte Joachim Löw am Sonntagnachmittag, nachdem er bei Sami Khediras „Spiel des Jahres“ aufgelaufen war. Doch sein Schützling hatte sogar noch mehr Anhänger zu seinem Benefizspiel ins Gazistadion gelockt. 11 500 waren da – und trugen ihren Teil zu einem denkwürdigen Kick bei. Ein Überblick:

Glücklicher Gastgeber: Sami Khedira hatte zahlreiche Weggefährten seiner bisherigen Karriere eingeladen – und so gut wie alle waren seinem Ruf gefolgt. Entsprechend zufrieden war Weltmeister mit seinem erstmals veranstalteten „Spiel des Jahres“: „Ich bin unheimlich glücklich und froh, dass alles so gut geklappt hat“, sagte der 28-Jährige, „vieles war zu Beginn ungewiss, aber nun sind unsere Erwartungen übertroffen worden.“ Zwischen 250 000 und 300 000 Euro sollen für soziale Einrichtungen in der Region Stuttgart zusammengekommen sein.

Partie mit Kick: Zahlreiche aktuelle Nationalspieler, dazu einige Ehemalige und die Talente aus der Region Stuttgart – die 90 Minuten boten eine einzigartige Mischung, die den Stars behagte. „Ich muss stolz sein, dass ich solche Spieler auf dem Platz hatte“, sagte Khedira. Und Bundestrainer Joachim Löw lobte: „Die Besetzung war sehr hochkarätig und zeigt, welch Persönlichkeit Sami ist.“ Am Ende gewann das Team in den weißen Trikots 9:8 gegen das rote Team.

Treffsicherer Bundestrainer: Auch Löw gehörte zum Siegerteam, aber nicht als Trainer. Der 55-Jährige kickte mit und erwies sich als äußerst treffsicher – nicht nur auf dem Feld. Da schlug er zweimal zu, unter anderem per Elfmeter, was er hinterher mit einer treffenden Analyse auskostete. „Ich habe vor dem Spiel angekündigt, dass ich das besser mache“, sagte er mit einem Seitenhieb auf Bastian Schweinsteiger, der im Länderspiel am Samstag gescheitert war. Löw war als Spieler der Liebling der Fans im Gazistadion und hatte dann noch einen Wunsch für die kommende Bundesligasaison: „Der VfB ist ja ein kleines Stück meine sportliche Heimat. Mein Wunsch ist es, dass er wieder in Regionen kommt, wo es Richtung internationalen Fußball geht.“ Die letzten Partien der abgelaufenen Saison hätten ihm dahin gehend Mut gemacht.

Glücklicher Erfolgstrainer: Einst stand Christian Gross beim VfB an der Seitenlinie, nun ist er in Saudi-Arabien tätig, am Sonntag genoss er aber die Rückkehr nach Stuttgart. „Einen schöneren Anlass für eine Rückkehr kann es doch gar nicht geben“, sagte der Schweizer und freute sich über den knappen Erfolg seines Teams: „Weiß wollte unbedingt gewinnen.“

Nervöse Junioren: Ein unvergesslicher Tag wird der Sonntag vor allem für die 24 B-Junioren bleiben, die Seite an Seite mit den Stars kicken durften. „Die Jungs waren schüchtern und nervös“, hatte Ex-Nationalkeeper Jens Lehmann festgestellt. Er merkte dann aber auch: „Sie spielen schon ganz gut.“ Und sie legten ihre Scheu schnell ab. Gleich fünf Treffer gingen auf das Konto der Junioren, die sich in einem Turnier Anfang April für das „Spiel des Jahres“ empfehlen konnten. „Es war ein unglaubliches Erlebnis. Dass ich ein Tor gemacht habe, konnte ich erst gar nicht realisieren. Ich fühle mich wie ein einer anderen Welt“, sagte Luca Braunnagel von der SpVgg Neckarelz. Sami Khedira lobte: „Die Jungs haben es toll gemacht und sich gut integriert.“

Meisterliche Ex-VfBler: Ludovic Magnin, Cacau, Mario Gomez, Heiko Gerber, Timo Hildebrand, Christian Gentner – das „Spiel des Jahres“ war auch ein Treffen der VfB-Meister von 2007. „Ich bin noch müde vom Jetlag, aber es hat Spaß gemacht“, sagte Cacau, der erst am Donnerstag aus Japan zurückgekehrt ist und noch nicht weiß, was die Zukunft bringt. Richtig gut drauf war wieder einmal Magnin. Der Schweizer mit der hellen Haut litt durchaus unter dem Wetter, wollte das aber nicht zugeben: „Ich war so schnell, die Sonne hat mich nicht erwischt.“

Männer für die Show: Vor dem Spiel heizte Andreas Bourani („Auf uns“) den Zuschauern ein, in der Halbzeit der Rapper Cro – der samt seiner Pandamaske später auch noch auf dem Spielfeld auftauchte. Bourani dagegen beschränkte sich aufs Singen – aus praktischen Gründen. „Ich habe gefragt, ob ich noch einspringen soll“, erzählte er, „aber ich habe Schuhgröße 48,5 – das hatte keiner der Spieler.“ Den Augsburger hat Sami Khedira schon im vergangenen Jahr bei einem Dia-Abend von der Teilnahme überzeugt.

Gala zum Ausklang: Kurz vor 20 Uhr hatten alle Stars das Gazistadion verlassen. Zum Ausklang ging’s ins Porsche-Museum.

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