Beliebt bei den Kindern: Fußball-Weltmeister Sami Khedira Foto: Baumann

Sami Khedira begeistert Kinder und Jugendliche in sozialen Einrichtungen und sucht den persönlichen Kontakt mit den Spendenempfängern.

Stuttgart - Der Profifußball ist durchaus ein Geschäft – das hat sich mittlerweile auch unter den jüngsten Fans herumgesprochen. Also kommt auch Sami Khedira nicht umhin, sich dem Thema zu stellen. „Warum spielst du Fußball?“, will der Steppke wissen – und präzisiert seine Frage: „Wegen des Geldes oder aus Spaß?“ Das war direkt.

Da muss auch ein Weltmeister erst mal kurz nachdenken, dann aber versichert Khedira: „Fußball ist meine große Leidenschaft, es macht mir einfach Spaß, mit anderen im Team zusammenzuspielen.“ Dazu gehört auch: sich kümmern, anderen helfen, Geborgenheit geben und bekommen, Vorbild sein, sich an Regeln halten. Und somit passt Khediras Auftritt an diesem Vormittag perfekt. Der Weltmeister ist zu Gast bei der Stiftung Jugendhilfe aktiv in Stuttgart-Plieningen. „Damit hatten wir ursprünglich gar nicht gerechnet“, sagt der dortige Regionalleiter Thomas Kuhn.

Am Tag zuvor hat Sami Khedira sein Wohltätigkeitsprojekt in Stuttgart vorgestellt, vier soziale Einrichtungen sollen davon profitieren. Am Tag danach besucht er die Kinder und Jugendlichen in Plieningen, noch einen Tag später ist er auf der Karlshöhe Ludwigsburg in einer Wohngruppe zu Gast. „Ich will nicht nur meinen Namen für das Projekt geben oder ein reines Benefizspiel veranstalten“, sagt der Fußballprofi, der an diesem Samstag mit Real Madrid das Finale der Club-WM bestreitet, „wenn ich etwas unterstütze, dann ist es für mich auch wichtig, dass ich einen persönlichen Kontakt zu den Personen habe.“ Sein Bruder Denny hat den Kontakt zu den sozialen ­Einrichtungen hergestellt, nach den ersten Besuchen ist Sami sicher: „Das Geld, das wir einspielen wollen, ist dort genau richtig.“

Das zeigen die Reaktionen der Kinder und Jugendlichen. „Da gab es regelrechte Begeisterungsstürme“, sagt Kuhn und ist überrascht, wie gebannt seine sonst durchaus unruhigen Schützlinge dem Weltmeister zugehört haben. Hardy Sauer von der Stiftung Karlshöhe ergänzt: „Sami Khedira hat klargemacht, dass man Großes nur gemeinsam schaffen kann. Aus seinem Mund hat das für die Jugendlichen natürlich eine große Wirkung.“ Und somit auch pädagogischen Wert.

Die beiden Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe betreuen Heranwachsende aus schwierigen Familienverhältnissen. Die Stiftung Jugendhilfe aktiv will mit den zusätzlichen Spendengeldern aus Khediras Projekt vor allem Angebote für junge Flüchtlinge finanzieren, auf der Karlshöhe soll die neue Schulstation profitieren. Und „wir können das Geld für den Aufbau unseres stationären Kinderhospizes sehr gut gebrauchen“, sagt Projektleiterin Elvira Pfleiderer vom Hospiz Stuttgart, „wir freuen uns sehr, dabei zu sein.“ Im kommenden Jahr entsteht in Stuttgart die erste Einrichtung dieser Art in Baden-Württemberg. Zudem sollen das Elternkolleg Fellbach und die Jugendabteilung des TV Oeffingen bedacht werden – und alle Beteiligten hoffen, dass der persönliche Kontakt zum Weltmeister nicht abreißt. An Sami Khedira soll’s nicht liegen. Der verspricht: „Ich will auch künftig ab und zu vorbeischauen.“

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