Treffsicher: am 18. Februar 2018 erzielte Mario Gomez (links) beim FC Augsburg das Siegtor zum 1:0 für den VfB Stuttgart. Foto: Getty

Der VfB Stuttgart hat gegen den FC Augsburg nicht immer gut ausgesehen. Trainer Markus Weinzierl will das jetzt ändern. Wir blicken auf die Bilanz der Roten im Schwaben-Duell.

Stuttgart - Wer den höchsten Heimsieg des VfB Stuttgart gegen den FC Augsburg ausfindig machen will, muss weit zurückblättern in der Historie des deutschen Fußballs seit dem Bundesliga-Start 1963. Die Arena hieß noch Neckarstadion, es war der 5. März 1977, gekickt wurde in der zweiten Bundesliga Süd. Mit 4:1 fegten damals die Stuttgarter Schwaben die Augsburger Schwaben vor 30 000 Zuschauern aus dem eigenen Stadion. Jürgen „Wundermann“ Sundermann war Coach des VfB, die Augsburger betreute die Trainerlegende Max Merkel. Zweimal traf Erwin Hadewicz, die beiden weiteren Stuttgarter Tore erzielten Ottmar Hitzfeld und Klaus-Dieter Jank. Um zu begreifen, wie lange das her ist: Bundeskanzler war Helmut Schmidt.

Wer glaubt, in diesem Stil gehe es für den VfB am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FCA der Gegenwart heiter weiter, darf sich schon zu den ganz großen Optimisten zählen. Damals gewann der VfB zwar auch schon das Hinspiel in der Fuggerstadt mit 4:1, doch ansonsten lässt sich sagen: Die Augsburger haben sich seit der Klatsche von 1977 nicht gerade zu dem entwickelt, was man aus Stuttgarter Sicht einen Lieblingsgegner nennen könnte. Sagen wir es so: Augsburg gehört eher zu den Angstgegnern des VfB. Am 21. November 2015, also vor gar nicht allzu langer Zeit, da siegten die Gäste vom FCA in Stuttgart wie im Vorbeigehen mit 4:0. Und im Februar 2014 gewann der FCA beim VfB auch schon mit 4:1.

Pikante Fußnote

Für die Trainer Armin Veh, Bruno Labbadia und Alexander Zorniger war das VfB-Engagement jeweils nach schwachen Spielen gegen Markus Weinzierl und seine Augsburger beendet – eine pikante Fußnote ist das. Am Samstag steht Weinzierl auf der anderen Seite. Er würde lügen, so Weinzierl, wenn er keine besondere Beziehung zum FC Augsburg hätte. Es geht aber um den Vorteil, den er hat, weil er die Truppe ja noch überwiegend kennt. „Ich denke, dass ich die Mannschaft sehr gut einschätzen kann, auch wenn es zweieinhalb Jahre her ist. Ich habe viele Spieler dort entwickelt“, sagt Weinzierl. Zwar seien neue Akteure geholt worden, doch die Grundprinzipien des FCA seien beibehalten worden. „Sie werden uns nicht überraschen, sie werden mich nicht überraschen.“ Sagt Weinzierl.

Das letzte Schwaben-Duell im Februar 2018 gewann der VfB nach einem Treffer von Mario Gomez mit 1:0 – in Augsburg. Das gibt Hoffnung für den VfB und seine Fans. Die Tatsache, dass die Stuttgarter zu Hause die wenigsten Punkte gegen den FC Bayern, RB Leipzig und an dritter Stelle den FC Augsburg holten, sollten die Fans, aber vor allem die Brustring-Kicker am Samstag einfach mal bei Seite schieben. Und im Schnitt hat der VfB nach den Leipzigern gegen die Augsburger die wenigsten Tore erzielt. Schwamm drüber: am Samstag werden die Karten neu gemischt. Hofft man beim VfB. Außerdem: Weinzierl wird’s schon richten, ach was: er muss es richten! Auch im eigenen Interesse.

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