Die Füenf sind wieder da: Justice, Dottore Basso, Pelvis, Little Joe, Memphis (v. li.) Foto: Bernd Eidenmüller

Mit „Mir im Süden“ hat das Vokalquintett Die Füenf die inoffizielle Schwabenhymne geliefert. Nun haben die Jungs ihr neues Programm im Theaterhaus vorgestellt.

Stuttgart - Eigentlich sind die Zeiten generationenübergreifender Unterhaltung ja vorbei. Früher hatte sich die ganze Familie am Samstagabend vor dem Fernseher versammelt, um die Rudi Carrell-Show zu gucken. Aber was gibt es heute noch, das Instagram-Kids und Senioren gemeinsam goutieren können? Nun, bei der Premiere des neuen Programms „005 – Im Dienste ihrer Mayonnaise“ des Vokalquintetts Die Füenf saßen im Theaterhaus Schulkinder neben Vertretern der Generation 70plus, um einträchtig den Refrain von „Mir im Süden“ zu trällern.

Das mit den „hochwertigeren Kraftfahrzeugen“ mag einem angesichts von Schummelsoftware bei Daimler nicht mehr ganz so leicht über die Lippen gehen, von „wir spielen auch nicht so´n merkwürdigen Fußball wie die Hessen“ ganz zu schweigen. Leadsänger Little Joe brachte den Satz denn auch mit einem „ach egal...“ gar nicht erst zu Ende. Aber auch wenn der Song eigentlich zu den schwächeren der Füenf zählt, ist er so etwas wie die Schwabenhymne geworden, geeignet - analog zur Parole unseres bayerischen Nachbarvolks - eine Art „Mir send mir“-Stimmung zu erzeugen.

Schwiegermütter und Sozialkritik

Von der können sich dank ihrer selbstironischen Grundierung auch Reingeschmeckte angesprochen fühlen, wie es ohnehin zum Markenkern der Füenf zählt, sich selbst nicht gar zu ernst zu nehmen. Dies gilt auch für die Songs des neuen Programms, von denen sich nur der erste auf den Titel, sprich: James Bond, bezieht. Der allerdings hat es in sich, kontrapunktiert er doch raffiniert die berühmte Bond-Melodie mit populärem Liedgut. Ansonsten pflücken die Füenf ihre Themen, wo sie sie finden. Es geht um Schwiegermütter und Selbstmotivierer, abgewürzt mit einer Dosis Sozialkritik („Wir sind die Guten“), musikalisch auf so erlesenem wie goutierbarem Niveau. Am meisten beklatscht wurde die Sommerhitpersiflage „Aeropuerto Securidad“ samt Stewardessenflugeinweisungschoreografie, bei der das Publikum im ausverkauften T1 geschlossen mitmachte. Jung und alt. Wie schön.

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