Wenn nichts dazwischenkommt, wird die Erschließung des Neubaugebiets neben der Kelter 2021 starten. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Der Ortschaftsrat beschließt zum Areal Scheibenäcker den Entwurf.

Steinheim-Kleinbottwar - Jahrelang war es eher eine Vision und ein großer Wunsch des Gemeinderats – als wirklich greifbar. Nun rückt die Realisierung des Neubaugebiets Scheibenäcker in Kleinbottwar aber immer näher. Der Ortschaftsrat segnete am Donnerstagabend den Entwurf ab. Damit ist der Weg dafür geebnet, das Werk öffentlich auszulegen. Der Gemeinderat kann anschließend die Rückmeldungen von Ämtern, Verbänden und Bürgern einordnen und im Herbst einen Knopf an den Bebauungsplan machen. Kommt nichts mehr Gravierendes dazwischen, werden die Bagger im nächsten Jahr anrücken und sich um die Erschließung kümmern, erklärte die Landschaftsarchitektin Heide Buff vom Büro FPZ Zeese Stadtplanung + Architektur Stuttgart. Die ersten Häuser könnten wohl 2022 hochgezogen werden, ergänzt der Bürgermeister Thomas Winterhalter auf Nachfrage.

Bewohnt werden die Gebäude am Ende von rund 330 Frauen, Kindern und Männern. Heide Buff ist überzeugt davon, dass all diese Personen in einem attraktiven Umfeld zuhause sein werden. Denn mit dem Entwurf habe man das Fundament gelegt „für ein lebendiges und vielfältiges Baugebiet mit einer hohen Wohn- und Aufenthaltsqualität“. Dafür soll ein ganzes Füllhorn von Vorschriften und gestalterischen Elementen sorgen. Untersagt sind auf dem Areal am Ortseingang aus Richtung Großbottwar kommend beispielsweise Fassaden, die zu grell gestaltet sind. Zudem spielt die ökologische Komponente eine wichtige Rolle. Größere, zugepflasterte Abschnitte in den Gärten sind tabu. Die Freiflächen dürfen auch nicht irgendwie bepflanzt werden, sondern nur mit bestimmten Hölzern. Das Hauptaugenmerk liegt auf einheimischen Arten. Vorgeschrieben ist zudem, dass Flachdächer begrünt werden müssen.

Festgelegt wird per Bebauungsplan ferner, wie die Anwohner an der Durchgangsstraße von dem Lärm der vorbeifahrenden Autos geschützt werden. So ist am nord-östlichen Rand des Gebiets eine zweieinhalb Meter hohe Wand vorgesehen, die den Verkehrsradau dimmen soll. Zwischen den beiden an der Kreisstraße geplanten Mehrfamilienhäusern müsse ein weiteres, mindestens drei Meter hohes bauliches Element als Lärmschutzriegel eingezogen werden, sagte Heide Buff, die auch auf die einzelnen Quartiere einging, die auf dem Gelände entstehen sollen.

Auf der Fläche im Zentrum mit den Einfamilien-, Doppel- und Kettenhäusern steht eindeutig das Thema Wohnen im Fokus. Handwerksbetriebe jeglicher Art, Lokale oder Geschäfte seien hier komplett ausgeschlossen, betonte Heide Buff. Im Bereich mit den Geschossbauten könnten sich hingegen jeweils nach einer Prüfung kleinere Läden oder Handwerksunternehmen ansiedeln, die geräuscharm arbeiten. Diese könnten in der unteren Ebene einziehen, wo das Wohnen zur Straße hin wenig gefragt sei. In den so genannten urbanen Quartieren im Anschluss an die alte Kelter sind Wohnungen, aber auch gewerbliche Nutzungen denkbar.

Im Großen und Ganzen habe man sich bei all dem an den Grundzügen der bisherigen Planung orientiert, die auch schon vorgestellt worden sei, fasste Heide Buff zusammen. Das stellte auch Andreas Roth von der CDU fest, der sich allerdings fragte, ob die Bottwar das Oberflächenwasser aus dem Wohngebiet bei Starkregen tatsächlich wird verkraften können. Heide Buff versicherte jedoch, dass die Mengen sehr genau durchgerechnet worden seien. Das Wasser werde in der Klinge in dem Gebiet gesammelt und von dort zu einer Rückhaltefläche auf einer Wiese und schließlich per Kanal gedrosselt in den Fluss geleitet. Die Fachfrau erinnerte zudem daran, dass ein Teil des Nasses von oben über Zisternen zurückgehalten werde, die auf jedem Grundstück vorgeschrieben sind.

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