Das Netz entlang der B 464 wird bald besser. Der Technische Ausschuss des Böblinger Gemeinderates empfiehlt, einen zusätzlichen Masten zu bauen.
Die meisten Autofahrer mit Freisprechanlagen wissen es: Wer von Böblingen über die B 464 in Richtung Reutlingen fährt, fliegt einmal in Böblingen aus dem Netz und ein- bis zweimal bei Holzgerlingen.
Zumindest auf Böblinger Markung wird nun das Loch gestopft. Der Technische Ausschuss des Böblinger Gemeinderates empfahl in seiner jüngsten Sitzung einstimmig, südlich der B 464 einen Mobilfunkmasten zu bauen, ungefähr da, wo die Brücke der B 464 über den Glemsbachweg führt, unweit der sogenannten Jahn-Eiche. Der stählerne Mast sei nötig, weil es weit und breit keine hohen Gebäude gebe, deren Dächer man nutzen könnte, führten die beiden Mitarbeiterinnen des Bauamts aus, die dem Technischen Ausschuss den Plan vorstellten.
Gute Wegeanbindung
Dabei dient der künftige Mast, so hatte es das Bauamt dargestellt, nicht nur der Verbindungssicherheit, sondern auch der Sicherheit allgemein. Es sei wichtig, entlang der Straßen Netz zu haben, wegen der Möglichkeit, Notrufe abzusetzen, hieß es vom Bauamt.
Der Mast ist ungefähr 50 Meter hoch und nimmt 250 Quadratmeter Fläche in Anspruch, für den Bau müssen noch einmal 405 Quadratmeter abgeholzt werden. Das Bauamt habe dabei darauf geachtet, den Eingriff in Wald und Natur so gering wie möglich zu halten. Der Standort habe sich deswegen empfohlen, weil an dieser Stelle bereits eine gute Wegeverbindung für die Baumaschinen vorhanden ist und weil dort bereits Stromleitungen liegen.
Keine Auswirkungen auf die Diezenhalde
Allerdings hat der Gesetzgeber sehr strenge Vorschriften erlassen, wenn es um Eingriffe im Wald geht. Das heißt, wo immer möglich, müssen die Flächen wieder aufgeforstet werden. Deswegen wird der weggebaggerte Erdboden wieder eingebaut und die Fläche mit heimischen Sträuchern bepflanzt, die in Zusammenarbeit mit dem Revierförster ausgewählt werden. Die Rekultivierung soll innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein.
Die Fläche wird für 3000 Euro im Jahr an den Mobilfunkbetreiber verpachtet, der Vertrag gilt bis zum Ende des Jahres 2038, danach auf unbestimmte Zeit mit gegenseitigen Kündigungsrecht.
Markus Helms von den Grünen befragte die Mitarbeiterinnen des Bauamts nach den Auswirkungen des Masten im Stadtteil Diezenhalde weiter nördlich. Die Qualität des Netzes werde sich im Böblinger Wohngebiet nicht ändern, erfuhr er, dazu sei der Standort zu weit weg.