Das Jahr 2025 ist nun vorbei – und was ist in den vergangenen zwölf Monaten im Kreis Esslingen eigentlich passiert? Ein Rückblick auf Ereignisse, die für Schlagzeilen sorgten.
Wie schnell doch so ein Jahr vergeht. Und was ist uns von 2025 in Erinnerung geblieben? Vermutlich sind es überwiegend bedeutsame welt- und bundespolitische Ereignisse. Vielleicht aber auch scheinbar weniger wichtige Dinge, die sich vor der Haustür abgespielt haben.
Welche Ereignisse in den vergangenen zwölf Monaten im Kreis Esslingen für Schlagzeilen gesorgt haben, zeigt dieser Rückblick – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Ein Badeunfall am Aileswasensee, der wohl keiner war
Im Juni wurde im Aileswasensee in Neckartailfingen nach einem Badegast gesucht, der Augenzeugenberichten zufolge ertrunken war. Eine große Rettungsaktion wurde daraufhin eingeleitet, doch mehrere Tauchgänge blieben ebenso erfolglos wie die Suche mithilfe eines Sonargerätes. Da man weder eine Leiche noch Kleidungsstücke eines Vermissten am Ufer fand, wurde die Aktion nach drei Tagen schließlich abgebrochen und der für die Besucher gesperrte Badesee wieder freigegeben.
Chaos bei der Müllabfuhr: Täglich rund 2000 Beschwerden beim AWB
Zu Jahresbeginn hat ein neuer Entsorger die Sammlung von Verpackungsabfällen übernommen. Er tauschte rund 66 000 alte Gelbe Tonnen gegen neue Behälter aus – was nicht reibungslos funktionierte. Im Sommer kamen massive Probleme bei der Müllabfuhr im östlichen Kreisgebiet hinzu: Wegen Personalmangels beim zuständigen Unternehmen blieben viele Bio- und Restmüllbehälter teils tagelang ungeleert stehen. Täglich gingen rund 2000 Beschwerden beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises ein. Der erstellte daraufhin Notfallpläne, beauftragte zusätzliche Firmen und verhängte Vertragsstrafen.
Kleine Ameisen werden in Sirnau zu einer großen Plage
Im Frühjahr hat die Stadt Esslingen eine Superkolonie mit Abermillionen Ameisen der invasiven Art Tapinoma magnum entlang der Lärmschutzwand an der B10 in Sirnau entdeckt und versuchte, der Plage Herr zu werden. Weil das Gelände unwegsam, steil und 700 Meter lang ist, kam die übliche Bekämpfungsmethode mit heißem Wasser allerdings nicht infrage. Getestet wurde daher im Sommer der Einsatz eines giftigen Ködergels. Das zeigte offenbar Wirkung, die Population ging nach Angaben der Stadt inzwischen deutlich zurück. Ob das Problem dauerhaft gelöst ist, wird sich jedoch erst im nächsten Frühjahr zeigen.
Kuriose Bürgermeisterwahl in Bissingen findet ein glückliches Ende
Bissingen hat endlich wieder einen Bürgermeister: Mitte Januar wurde der parteilose Jens Fritz mit überragenden 97,7 Prozent Stimmenanteil zum Schultes gewählt – dem jüngsten im Kreis Esslingen. Er war der einzige Kandidat. Im April trat der erst 32-Jährige das Amt an, das durch die Wahl von Marcel Musolf zum Esslinger Landrat vakant wurde. Mit der Amtseinsetzung von Fritz, der zuvor in der Stabsstelle für Wirtschaftsförderung in Wendlingen tätig war, fand eine kuriose Nachfolgersuche ihren Abschluss. Anders als beim ersten Anlauf im Oktober des Vorjahres nahm der Gewählte die Wahl an. Damals hatte der stellvertretende Bürgermeister Siegfried Nägele mit absoluter Stimmenmehrheit die Wahl gewonnen, obwohl er gar nicht auf dem Wahlzettel gestanden hatte.
Nach vier Jahren Bauzeit nimmt das neue Landratsamt den Betrieb auf
Das neue Esslinger Landratsamt hat im November seine Türen für den Publikumsverkehr geöffnet. An der Stelle des fast 40 Jahre alten Bestandsgebäudes in den Pulverwiesen wurde ein 144 Millionen Euro teures Gebäude für 675 Mitarbeitende der Kreisverwaltung in nachhaltiger Bauweise errichtet. Nach einem Planungsprozess von knapp zwölf Jahren hatte der Kreistag Ende 2016 mit einem Baubeschluss die Weichen für dieses „Leuchtturmprojekt“ gestellt. 2022 begann der Abriss, knapp ein Jahr später wurde der Grundstein für den Verwaltungsneubau gelegt, planmäßig fand die symbolische Schlüsselübergabe im Oktober statt.
Wer hat das Wasser des Maille-Brunnens giftgrün gefärbt?
Leuchtend grüne Fontänen sprudelten am ersten Aprilwochenende aus dem Brunnen im Esslinger Maille-Park. In die Freude über das schöne Fotomotiv mischte sich bei vielen Passanten jedoch auch die Sorge, das Wasser könnte giftig sein. Die Feuerwehr konnte nach einigen Tests Entwarnung geben, dennoch ließ die Stadt das Wasser ablaufen und den Brunnen reinigen. Vermutet wird, dass das ungefährliche Färbemittel Uranin verwendet wurde – von wem und aus welchem Grund ist bis heute unklar.
Legenden der Lüfte kehren auf die Kirchheimer Hahnweide zurück
Sechs Jahre nach dem letzten Termin kehrten im September die Legenden der Lüfte auf die Kirchheimer Hahnweide zurück. Die 20. Auflage des von der Fliegergruppe Wolf Hirth 1981 aus der Taufe gehobenen Oldtimer-Fliegertreffens lockte Zehntausende Zuschauer auf das Flugfeld am Rande der Stadt – trotz wechselhaften Wetters. An drei Tagen konnten dort insgesamt 250 flugfähige Maschinen vergangener Epochen in Aktion bestaunt werden. Die Bilder des Kult-Events, das als eines größten seiner Art in Europa gilt, gingen um die ganze Welt.
Nach Leichenfund in Filderstadt sitzt ein Tatverdächtiger in Haft
In einem Wohngebiet in Filderstadt-Bonlanden hat ein Bauhof-Mitarbeiter Ende August unter einem Fußgängersteg einen kleinen Koffer gefunden – darin befand sich die stark verweste, teils skelettierte Leiche einer Frau. Die 40-Jährige stammte den Ermittlungen zufolge aus Stuttgart und galt als vermisst. Knapp drei Wochen später konnte die Polizei einen 51-jährigen Tatverdächtigen festnehmen. Auf die Spur des Mannes ist die Soko Trolley durch einen Zeugenhinweis aus dem Umfeld der Toten gekommen. Angaben zur Tat und zum Motiv machte er bislang nicht.
Drei Esslinger Wahrzeichen erstrahlen in neuem Glanz
Esslingen erhielt in diesem Jahr zwei seiner Wahrzeichen zurück. Zwei Jahre lang wurde das Merkel’sche Schwimmbad umfangreich saniert. Kostenpunkt: gut zwölf Millionen Euro. Nachdem Schulen und Vereine schon im März wieder rein duften, ist die Öffentlichkeit seit September zum Schwimmen und Saunieren in einem der schönsten Jugendstilbäder in Deutschland willkommen. Auf Vordermann gebracht wurde auch das markante Wehr- und Wasserhaus am Hammerkanal beim Landratsamt. Nach rund 15-monatiger Renovierungszeit konnte das aus dem Jahr 1823 stammende Bauwerk im Sommer für den Fußgängerverkehr freigegeben werden. Auch der Aussichtsturm bei der Katharinenlinde wurde nach zweijähriger Sanierung wiedereröffnet: Die Kosten für die gesamte Renovierung gibt der Schwäbische Albverein mit etwa 226 000 Euro an.
Keine getrennten Rechnungen: Ein Wirt entzweit die Nation
Der Esslinger Gastronom Salvatore Marrazzo sorgte im Sommer bundesweit für Schlagzeilen, weil er das getrennte Bezahlen unterbinden wollte. Rechnungen sollten nur noch dann gesplittet werden können, wenn dies vor der Bestellung angekündigt wird. Der Betreiber des Accanto gab organisatorische Gründe für diese Regelung an – und erntete teils heftige Kritik dafür. Inzwischen hat sich der Sturm der Entrüstung gelegt.