Auf ein Neues: Markus Weinzierl startet in Stuttgart in seine dritte Station als Bundesligacoach. Foto: dpa

Markus Weinzierl heißt der neue Trainer beim VfB Stuttgart. Wer ist der Mann, der den Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga wieder nach oben führen soll?

Stuttgart - Als Spieler verlief die Karriere des Markus Weinzierl eher unspektakulär. Den Großteil seiner Aktiven-Zeit vebrachte der gebürtige Straubinger beim FC Bayern München – allerdings nur bei der zweiten Mannschaft, für die er in den 90er Jahren über 100 Spiele bestritt. 1999 heuerte er für zwei Spielzeiten bei den Stuttgarter Kickers an, weshalb ihm Stuttgart gut bekannt sein dürfte. Nach dem Abstieg aus der zweiten Liga kickte Weinzierl noch einige Jahre in Unterhaching und Regensburg, ehe ihn 2005 eine Verletzung dazu zwang, seine Karriere zu beenden.

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Bei Jahn Regensburg erfolgte der Einstieg ins Trainergeschäft, wo sich Weinzierl spätestens beim FC Augsburg einen Namen machen sollte. Gleich in seiner ersten Saison gelang ihm das Wunder, nach nur neun Punkten aus der Hinrunde die Mannschaft noch zum Klassenverbleib zu führen. Drei weitere erfolgreiche Jahre beim FCA brachten ihm unter anderem den Titel „Trainer des Jahres“ ein (in der Saison 2013/14, noch vor Pep Guardiola). Außerdem führte er die Augsburger in den Europapokal.

Erfolgreich in Augsburg, gescheitert auf Schalke

Mit einigen Unstimmigkeiten verließ Weinzierl den FCA 2016 in Richtung Schalke. Wo ihm nach fünf Niederlagen zum Start gleich kräftig Gegenwind ins Gesicht blies. Dem hielt der Bayer zwar stand, nach nur einem Jahr und Platz zehn am Ende hielt Schalke-Manager Christian Heidel aber nach einem neuen Trainer Ausschau. Seither wartet Weinzierl auf einen neuen Job – wäre aber schon im Januar nach der Trennung von Hannes Wolf fast beim VfB gelandet. Damals zerschlug sich die Verpflichtung auf Grund seines noch bestehenden Arbeitsverhältnisses mit Schalke 04.

Weinzierl gelang es in Augsburg, eine unterdurchschnittliche Mannschaft stets zur Höchstform zu treiben. Mit einer laufintensiven und kampfbetonten Spielweise tat der FCA seinen Gegnern regelmäßig weh. Auf Schalke konnte Weinzierl seine Idee vom Fußball aber nicht auf ein höheres Level hieven. Der 43-Jährige, der an der Seitenlinie gern das Rumpelstilzchen gibt, gilt als ruhiger und sachlicher Typ. Als moderner, aber nicht als sogenannter Laptop-Trainer, dem Daten und Zahlen über alles gehen.

Die 15 Monate seit seinem Rauswurf auf Schalke verbrachte er viel mit seiner Familie und seinen beiden 13 und 15 Jahre alten Kindern, wie er kürzlich der „Augsburger Allgemeinen“ verriet. „Es gibt schöne Seiten, wenn du jeden Tag zu Hause bist. Und trotzdem, wenn du dann zu Hause am Fernseher Bundesliga schaust, dann merkst du, dir fehlt das einfach.“ Jetzt hat ihn der Alltag wieder.

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