Sie kommen ins Forum nach Ludwigsburg: Die Gaechinger Kantorei und das Ballet du Grand Theatre de Geneve (von links). Foto: Forum am Schlosspark

In der nächsten Saison präsentiert das Ludwigsburger Forum am Schlosspark viel Tanztheater – und ein neues Abo-Format.

Ludwigsburg - Die Spielzeit 2019/20 im Forum am Schlosspark wird am 19. Oktober mit einem Cellokonzert eröffnet – um erst nach den Herbstferien fortgesetzt zu werden. Ein Grund für diese dreiwöchige Spielpause: Die Gastronomie im Dreispartenhaus wird saniert, und der künstlerische Leiter Lucas Reuter hofft, dass die lärmintensivsten Arbeiten bis November abgeschlossen sein werden. Er gehe davon aus, dass das Programm ansonsten störungsfrei über die Bühne gehen kann.

In der Saison 2019/20 sind insgesamt 50 Tanz-, Musik- und Theaterveranstaltungen gebucht. „Die Zahl der Abonnenten steigt“, sagt Reuter. Allerdings sei ein Trend zum Wahlabo erkennbar. Das heißt: Die Leute mischen sich ihr Programm lieber selbst – aus allen Sparten.

Tribut im Beethovenjahr

Dennoch gibt es in der kommenden Spielzeit ein neues Abo-Format: Das Forum Bachakademie. Zwar hat das Forum schon bisher oft mit der Stuttgarter Bachakademie zusammengearbeitet, jetzt aber wird die Kooperation ausgebaut: Die Gaechinger Kantorei unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann wird an fünf Abenden spielen. Und zwar nicht nur die h-Moll-Messe von Bach, sondern auch Werke von Wolfgang Amadeus Mozart oder Antonio Vivaldi.

Das Beethoven-Jahr 2020 stelle für ihn eine besondere Herausforderung dar, sagt Lucas Reuter. „Eigentlich ist zu erwarten, dass Beethoven nächstes Jahr überall rauf und runter gespielt wird.“ Er hätte stattdessen also lieber einem weniger bekannten Komponisten die Ehre gegeben. „Aber ich bin diesem Prinzip untreu geworden, als ich das Angebot von Kristian Bezuidenhout bekommen habe.“ Der südafrikanische Pianist wird alle fünf Klavierkonzerte von Beethoven spielen.

Knappes Budget

Doch das ist nicht das einzige, was die Forum-Besucher zum 250. Geburtstag des berühmten Klassikers zu hören bekommen: Schon beim Eröffnungskonzert am 19. Oktober mit dem Cellisten Daniel Müller-Schott und dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn steht Beethovens Ouvertüre zu „Coriolan“ auf dem Programm. Dem Schauspiel sind fünf Abende vorbehalten: Neben dem Stück „Am Königsweg“ von Elfriede Jelinek und William Shakespeares „Viel Lärm um nichts“ gibt es „Erniedrigte und Beleidigte“ (nach Fjodor Dostojewski), „Geschlossene Gesellschaft“ von Jean-Paul Sartre und Woody Allens „Husbands and Wives“.

Zehn Veranstaltungen entfallen auf das Tanztheater. Das reicht von Breakdance aus Casablanca über das Ballet du Grand Theatre de Geneve, das einen „Tristan“ tanzen wird, bis zum Ensemble Danza Contemporánea de Cuba. Reuter weiß auch: „Die Stammgäste werden das Nederlands Dans Theaters vermissen. Aber die kommen erst im Herbst 2020 wieder.“ Die Nachfrage sei so groß, dass er noch fünf weitere Tanzabende anbieten könnte: „Aber dafür reicht das Budget nicht aus.“

Gut ausgelastet

In der Saison 2018/19 wurden 48 000 Besucher gezählt. „Das sind zehn Prozent mehr als 2017/18“, sagt Reuter. „Allerdings hatten wir auch deutlich mehr Vorstellungen.“ Die Auslastung lag bei 80 Prozent.

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