In das Hallenbad muss in den nächsten Jahren viel Geld gesteckt werden. Foto: Stadt Vaihingen

Defektes Kinderplanschbecken, Probleme bei Technik und Ausstattung: Die Stadt Vaihingen muss sowohl in das Freibad als auch in das Hallenbad Millionen Euro stecken.

Vaihingen an der Enz - Für ein durchweg ungetrübtes Familien-Freizeitvergnügen taugte das Vaihinger Freibad in der Saison 2019 nicht: Just zum Start der Open-Air-Badezeit warf die Folienauskleidung des Kinderplanschbeckens Blasen. Zeitweise drückte sich sogar die ganze Folie hoch. Die meiste Zeit im Sommer musste das Becken deshalb gesperrt werden – der Badespaß für Kleinkinder fiel flach. „Das war schon sehr ungünstig“, bedauert Martina Fischer, Pressesprecherin der Stadt. Es sei durchaus möglich, dass der Rückgang der Besucherzahlen dieses Jahr damit zusammenhänge. Statt rund 85 000 Besucher wie im Vorjahr verzeichnete das Bad 2019 nur rund 70 000. „Am Wetter kann es kaum gelegen haben“, schätzt Fischer.

Rücklage für kurzfristige Ausbesserungen

Das Kinderplanschbecken ist ein Sanierungsfall: Die Stadt Vaihingen will es nun komplett neu und mit zeitgemäßer Ausstattung anlegen lassen. Das wird nicht billig: Die Stadt – sie ist Betreiberin des Enztalbades – rechnet mit Kosten von rund 1,1 Millionen Euro.

Damit im kommenden Jahr das Becken zumindest interimsweise benutzt werden kann und Familien mit Kleinkindern nicht auf andere Freibäder ausweichen – Alternativen gibt es zahlreiche –, sollen außerdem 20 000 Euro für mögliche kurzfristig notwendige Ausbesserungen bereitgestellt werden. Denn das neue Kinderbecken wird erst zur Saison 2021 fertig. Doch nicht nur das Kinderbecken im Freibad macht Probleme. Auch das Freibad-Gebäude, der Umkleidebereich und die Sanitäranlagen sind überholungsbedürftig. Garderobenschränke und Umkleidekabinen wurden von einem örtlichen Handwerksbetrieb zwar ausgebessert, die geflickten Stellen brachen aber immer wieder auf. An die sechs Millionen Euro Kosten allein für die Freibad-Instandsetzung inklusive des neuen Kinderplanschbeckens kommen auf die Stadt zu.

Das Hallenbad ist in die Jahre gekommen

Und damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, weitere Millionen-Investitionen stehen an. Denn auch in die Hallenabteilung des Enztalbades – einer Kombination aus Innen- und Außenbad, von denen aber saisonabhängig immer nur eines für den öffentlichen Badebetrieb offen hat – muss Geld gesteckt werden. Das Hallenbad ist, wie beispielsweise das zum Abriss bestimmte marode Hallenbad in Bissingen und andere Bäder im Kreis, in der Zeit der 70-er und 80-er Jahre erbaut worden und leidet nun unter Alterserscheinungen. Obwohl es Mitte der 90-er Jahre saniert wurde: Damals bekam beispielsweise das Hallenbecken eine Edelstahl-Auskleidung.

Jetzt sehen sich die Mitarbeiter mit hohl liegenden Fliesen im Beckenumgang und in den Sanitäranlagen, mit Problemen mit der Lüftungsanlage oder Störmeldungen aus der Gebäudetechnik konfrontiert. Die „Personalräume“ genannten Bereiche sind zu klein, einen Personalaufenthaltsraum gibt es gar nicht. Auch keine Behindertentoiletten im Eingangsbereich und keinen Sanitärraum für Rollstuhlfahrer.

Die Attraktivität

Ein Planungsbüro nahm Raumprogramm, Baukonstruktion, Hydraulik und technische Anlagen unter die Lupe und kam auf Kosten von rund vier Millionen Euro. Die Stadt Vaihingen will die Sanierungen schrittweise angehen. Auch Wünsche, die über Reparaturen und Ausbesserungen hinausgehen, gibt es: Etwa, das Hallenbad um ein Lehrschwimmbecken, einen Kinderbereich und eine Sauna zu bereichern oder das Freibad mit Rutschen oder einem Sprungbecken aufzupeppen. Was das kosten würde, ist bisher nicht beziffert. „Der Tenor bei den Entscheidungsträgern ist aber, dass wir unser Vaihinger Bad erhalten und seine Attraktivität steigern wollen“, sagt Martina Fischer.

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