Im Esslinger Stadtteil Hohenkreuz ist am Montagabend ein Mann niedergeschossen worden – die Polizei ermittelt auf Hochtouren. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Im Esslinger Norden wird am Montagabend bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen ein Mann schwer verletzt. Die Hintergründe der Tat sind rätselhaft. In St. Bernhardt und Hohenkreuz verursacht der Vorfall für Verunsicherung.

Esslingen - Ein Großeinsatz der Polizei hat am Montagabend die Bewohner im Esslinger Norden aufgeschreckt: An einem Kreisverkehr an der Wäldenbronner Straße waren Schüsse gefallen, ein Mann wurde getroffen und dabei schwer verletzt. Vielmehr ist auch am Dienstag nicht über den Vorfall zu erfahren, die Hintergründe der Tat bleiben unklar. Nebulös spricht das zuständige Reutlinger Polizeipräsidium von einer Auseinandersetzung zweier Gruppen, die gegen 21.15 Uhr an dem Kreisverkehr aufeinandergetroffen seien. Es sei zunächst zu einem verbalen Streit gekommen, der rasch eskalierte. Dann sei Pfefferspray eingesetzt worden. Schließlich fielen Schüsse.

 

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Am Tag danach geht im Grenzgebiet der Esslinger Stadtteile St. Bernhardt und Hohenkreuz scheinbar alles wieder seinen gewohnten Gang. Ein typischer Dienstag – Kinder auf den Gehwegen, die Schule ist zu Ende. Einige Passanten steuern schnurstracks auf die Apotheke in der Wäldenbronner Straße zu, vor der sich der Vorfall am Vorabend ereignet hatte. Bei vielen Anwohnern ist die Verunsicherung spürbar. Viel mehr als das Knallen der Schüsse hat kaum jemand mitbekommen.

Eine Frau, die schräg gegenüber wohnt, berichtet, dass sie auf dem Sofa saß, als es dumpf knallte. „Ich dachte zuerst, das komme vom Unwetter“, sagt sie. Doch dann hörte sie die Sirenen der Polizei und des Rettungsdienstes. Ein weiterer Anwohner berichtet: „Ich habe noch gesehen, wie die Polizei einen festgehalten hat.“ Als die Streitigkeiten zu Ende gewesen seien und die Streifenwagen eingetroffen waren, seien viele Nachbarn auf die Straße gelaufen.

Wie viele Schüsse sind gefallen?

Wie viele Schüsse gefallen sind, kann keiner der Anwohner mit Bestimmtheit sagen. Die Spanne reicht von zwei bis zu fünf Schüssen. Die Ermittler können derzeit weder Angaben dazu machen, wie viele Patronen abgefeuert wurden, noch, wie viele Schusswaffen an diesem Abend in Gebrauch waren. „Das ist Gegenstand der Ermittlungen“, sagt eine Sprecherin. Fest steht, dass ein 23-jähriger Mann bei dem Vorfall eine schwere Schussverletzung am Bein erlitt. Er wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Er schwebe jedoch nicht in Lebensgefahr, so die Polizei.

Ein Mann in Handschellen

Auf Fotos, die unserer Zeitung vorliegen, ist zu sehen, wie Polizeibeamte einem dunkel gekleideten Mann Handschellen anlegen. Auch Anwohner, die nach dem Vorfall auf der Straße waren, berichten von dieser Szene. Auf Nachfrage erklärt die Polizeisprecherin, dass es keine Festnahme gegeben habe. Viel mehr habe es sich um mögliche Zeugen gehandelt, die zur Befragung auf eine Dienststelle gebracht werden sollten. Demnach hätten die Beamten zum Selbstschutz die Hände der möglichen Zeugen auf dem Rücken fixiert. Nach Einschätzung der Ermittler ist nicht davon auszugehen, dass eine Gefahr für die Allgemeinheit besteht.

Gegen den oder die Täter ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren“, sagt die Polizeisprecherin. Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder sonstige Hinweise geben können, werden gebeten, sich zu melden; die Rufnummer lautet 07 11 / 39 90-0.

Gewalttat am Esslinger Bahnhof

Messerangriff  Es ist erst wenige Tage her, da schockierte in Esslingen eine brutale Messerattacke. Sie geschah am Donnerstagnachmittag am Bahnhof. Auf dem Steig für die Linie S 1 ging ein 33-Jähriger auf einen 24-Jährigen zu und fügte ihm mit einer Klinge schwere Gesichtsverletzungen zu.

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Vorgeschichte Wie die Polizei mitteilte, kannten sich die beiden schon vorher. Am selben Tag soll es schon zwei Auseinandersetzungen zwischen ihnen gegeben haben. Gegen den Täter wird wegen versuchten Totschlags ermittelt.