Die Medien verpassten der Amerikanerin Meghan Markle nicht sehr wohlwollende Spitznamen wie „Hurrikan Meghan“ und „Herzogin Schwierig“. Mit ihrer Art soll sie bei den Palastmitarbeitern angeeckt sein. Foto: AP/Kirsty Wigglesworth

Viel ist über die schlechten Seiten der Herzogin a.D. Meghan geschrieben worden: von zickig bis herrisch war alles dabei. Nun hat wieder eine Royalreporterin aus dem Nähkästchen geplaudert und erzählt, warum die Palastmitarbeiter von der Amerikanerin irritiert waren.

London - Gerüchte über Meghans Launenhaftigkeit gegenüber Bediensteten gab es schon vor dem „Megxit“. Angeblich hätten wegen ihr reihenweise Palastmitarbeiter den Dienst quittiert. Auch von einem Zickenkrieg zwischen Meghan (38) und Herzogin Catherine (38), der Frau von Harrys älterem Bruder William, war immer wieder die Rede. Keine Frage: Meghan hatte keinen leichten Stand bei den Briten.

Nun hat die Royalreporterin Camilla Tominey, die für den britischen „Guardian“ arbeitet, dem Magazin „The New Yorker“ ein Interview gegeben, in dem sie die unterschiedlichen Kulturen für die schlechte Stimmung im Palast verantwortlich macht. Meghan habe sich nicht beliebt machen können, weil es zu einem „Zusammenstoß der Kulturen“ gekommen sei, behauptet Tominey. Mit „Zusammenstoß“ meint sie, dass Meghan die Tradition und das Protokoll des Hofes nicht verstanden habe. Auch für ihre Schwägerin, Herzogin Catherine, war es anfangs sicherlich eine große Herausforderung, sich den royalen Gepflogenheiten anzupassen. Da sie aber in Großbritannien aufgewachsen und durch ihre schulische Ausbildung in „bessere Kreisen“ hinein sozialisiert wurde, hatte sie es vermutlich ein wenig leichter, sich anzupassen.

Meghan missachtete angeblich die Hierarchien

Im Palast ginge es ein bisschen zu wie in der britischen Serie „Downton Abbey“ um die adelige Familie Crawley und deren Bedienstete zu Beginn des 20. Jahrhunderts, erklärte die Journalistin Tominey im „The New Yorker“. Viele Mitarbeiter der Queen und ihrer Familie würden ihren Dienst seit Jahren verrichten und das in einer bestimmten Hierarchie. Eine Hierarchie, die Meghan angeblich missachtete – ob bewusst oder unbewusst. Daher habe es laut Tominey Getuschel über die Forderungen von Harry und Meghan gegeben, insbesondere über die der Herzogin. Nach dem Motto: was glaubt die eigentlich, wer sie ist.

Während Meghan nach der Verlobung mit Harry im November 2017 von der Presse für ihren Showbiz-Glamour, ihr Selbstbewusstsein und ihre feministischen Ansichten gefeiert worden sei, seien die Palastmitarbeiter darüber weniger „amused“ gewesen, sagt die Reporterin. Sie habe mit ihrer Art die Abläufe im Palast durcheinander gebracht. Die Medien verpassten ihr die bösen Spitznamen „Hurrikan Meghan“ und „Herzogin Schwierig“. Am Ende war nicht mehr viel übrig von der anfänglichen Euphorie für die Amerikanerin, über die selbst ihr Ehemann Harry anfangs noch gesagt hatte: „Der Fakt, dass ich weiß, dass sie wirklich gut, unglaublich gut in ihrem royalen Job sein wird, ist natürlich eine große Erleichterung für mich.“ Ein Irrglaube, wie sich herausstellen sollte.

Auch Harry fiel zunehmend in Misskredit

Nichts konnte das Paar mehr recht machen auch Harry fiel zunehmend in Misskredit – und das als einer der beliebtesten britischen Royals. Für großen Unmut sorgte zum Beispiel, dass Harry und Meghan die Öffentlichkeit verspätet über die Geburt ihres Sohnes informierten. Auch ihre Entscheidung, Archies Paten geheimzuhalten, stieß auf Unverständnis ebenso wie eine Rechnung über umgerechnet 2,8 Millionen Euro für die Modernisierung ihres Wohnsitzes Frogmore Cottage. Ende 2019 schoss sich das Paar mit einer schriftlichen Beschwerde gegen die Presse und Anzeigen gegen mehrere Zeitungsverlage weiter ins Abseits. In einer TV-Dokumentation sagte Harry, sein Bruder William und er seien „auf unterschiedlichen Wegen“ und hätten „gute Tage“ und „schlechte Tage“.

Am 8. Januar 2020 gab das Paar schließlich das bekannt, was royale Beobachter schon seit geraumer Zeit vermuteten: ihren Rückzug aus dem Königshaus. Seit dem 1. April 2020 ist dieser vollbracht.

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