Marko Puls war früher Dartprofi – heute will er mit dem DC Wolfsölden in der 1. Bundesliga was erreichen. Foto: Avanti/Ralf Poller/Avanti

Der Dartprofi Gabriel Clemens hat einen kleinen Boom ausgelöst. Das spüren auch die Clubs in der Region.

Acht Millimeter ist das Triple klein und für jeden Dartspieler ist es immer wieder ein magischer Moment diese Minifläche auf dem Bord zu treffen. Schafft man das dreimal in Folge, dann gibt es 180 Punkte. Dieses Feld zu fixieren war anfangs auch das erste große Ziel von Marko Puls. Sechs Jahr lang hat der heute 52-Jährige als Dartprofi gespielt, sich Stück für Stück neue Ziele gesetzt – beispielsweise das Spiel mit 170 Punkten zu beenden und natürlich ist er auch in den Olymp des Sports der Pfeilwerfer vorgestoßen und hat im Einzel zwei Neundarter geworfen, das bedeutet, dass man mit neun Würfen die 501 Punkte abarbeitet. Bis auf Phil Tayler hat er gegen die ganz Großen der Szene gespielt – auch gegen Gary Anderson. Der Schotte ist sein Lieblingsspieler, einmal war er nah dran bei einem 4:6 bei einem Turnier in Gibraltar.

 

Jetzt sitzt Marko Puls in einer Eisdiele in Marbach. Der Dartsport ist inzwischen nur noch ein Hobby und dennoch steht der Leistungsgedanken immer noch im Vordergrund. Seit Jahren spielt der gebürtige Berliner für den Dartclub DC Wolfsölden 1985 in Affalterbach. Jetzt ist der Club wieder in die 1. Bundesliga-Süd aufgestiegen. Es gibt keine historischen Überlieferungen, dass in der Region die Keimzelle des Dart-Booms in Deutschland liegt. Aber es ist schon erstaunlich, dass in einem Weiler der Gemeinde Affalterbach mit 500 Einwohner seit mehreren Jahren immer wieder in der obersten Klasse gespielt wird. Gegründet wurde der Club im Mai 1985 und zählt mit mehr als 100 Mitgliedern zu den größten in Deutschland.

Neben Wurf-und Zielgefühl muss man gut rechnen können

Auch sonst steigt die Zahl der Mitglieder beim Deutschen Dart-Verband rasant, zwischen 2016 und 2022 hat sich die Anzahl der Mitglieder beim Deutschen Dart-Verband (DDV) von etwas mehr als 10 000 auf fast 20 000 nahezu verdoppelt.

Ausgelöst wurde der kleine Boom zum einen durch den Sender Sport 1, der seit 2004 die Weltmeisterschaft in dieser Sportart aus dem legendären Ally Pally in London überträgt – einer Art Hybrid aus Schach und Ballermann: volle Konzentration auf der Bühne, volle Dröhnung auf den Rängen. Und natürlich auch durch den Erfolg, den Gabriel „Gaga“ Clement mit dem Erreichen des Halbfinales erreicht hat. Mit dem Brandenburger Martin Schindler schaffte ein weiterer den Sprung ins Achtelfinale.

„Weil man außer Pfeilen und einem Sisal-Board nicht viel benötigt, ist Dart schon ein wenig auf dem Weg zum Volkssport“, sagt Marko Puls, der in Steinheim lebt. Die Pfeile mit denen er spielt, wurden eigens für ihn gefertigt. Er selbst bezeichnet sich als Gefühlsspieler, für den fließende Abläufe wichtig sind. Neben dem Wurf-und Zielgefühl kommt es darauf an, dass man gut rechnen kann. „Talent und Wille sollte man auch mitbringen“, sagt Puls. Am 16. September startet seine Mannschaft in die Liga mit zwei Spielen in Leipzig gegen die Dart Fabrik Leipzig und den DV Kaiserslautern. Im April und Mai kommenden Jahres richtet dann Wolfsölden im Schützenhaus in Affalterbach zwei Heimspieltage aus.

Der Club sucht noch einen Sponsor für einen Kleinbus

16 Spieler hat das Team um Kapitän Ralf Dittmer für die Runde gemeldet. Gespielt werden jeweils acht Einzel und vier Doppel. Ziel ist es sich schon im vorderen Drittel zu platzieren. Und neben einer guten Runde haben die Dartspieler aus Wolfsölden noch einen weiteren Wunsch: „Wir benötigen unbedingt noch einen Sponsor für einen Kleinbus für unsere Auswärtsspiele“, sagt Marko Puls. Der Etat Die Kosten des Bundesligisten liegen pro Saison bei rund 3500 Euro.

Neben Puls ist auch Wolfgang Winkler, ebenfalls aus Steinheim, vom Dart-Virus befallen. Der 42-Jährige betont zwar auch, dass das Ganze nur ein Hobby sei, aber ein ganz ambitioniertes, das jüngst auch mit einem Titel gekrönt wurde. Bei den Deutschen Meisterschaften in Geiselwind holte er sich zusammen Ann-Kathrin Wigmann den Titel im Mixed. Winkler ist sogar für zwei Vereine in der Region aktiv – zum einen spielt er in der E-Dart-Liga für die „Scheibenhurgler“ aus Murr, die in die Regionalliga aufgestiegen sind. Außerdem ist er auch für die Dart Force One aus Beilstein im Steeldart aktiv, die in der vergangenen Saison den Aufstieg in die zweite Liga Süd nur knapp verpasst haben. Seine Pfeile im E-Dart wiegen 18, die im Steeldart 24 Gramm. Winkler versucht kleine Fehler aus seinem Spiel zu bekommen und vor allen Dingen Routine in seinen Wurf: „Es ist sehr viel Detailarbeit.“

Infos zur 1. Bundesliga und dem DC Wolfsölden

Gesetzte Spieler
Teamcaptain Ralf Dittmar,Sven Christophersen, Thorsten Etzel, Lutz Ilzhöfer, Alexander Liebchen, Stefan Orthwein, Mike Poge, Marko Puls, Erik Tautfest, Fabian Unger.

Reservespieler

Robin Büller, Franziska Eccard, Achim Himmler, Diana Himmler, Sascha Holder, Sabrina Ilzhöfer, Armin Kühberger, Marc Langner, Alexandra Lorenz-Schleckmann, Vassilios Michalakopoulos, Benedict Nagel, Gian Paolo Palazzo, Jan Parstorfer, Tobias Richter, Kevin Schmelzer, Nick Straube Modus
 Seit der Saison 2003/2004 besteht die 1. Bundesliga im Deutschen Dartverband (DDV). Gespielt wird in zwei Gruppen, der Bundesliga Nord und Bundesliga Süd mit je neun Teams. Die jeweils vier Erstplatzierten jeder Gruppe spielen an einem Wochenende den Deutschen Mannschaftsmeister Meister aus.