Daniel Schamburek (rechts) war 2017 klarer Sieger bei der Bürgermeisterwahl Schönaich. Glückwünsche gab es damals von seinem Stellvertreter Norbert Mezger, im Hintergrund der frühere Bürgermeister Tobias Heizmann. Foto: factum/Weise/Simon Granville

Daniel Schamburek will als Bürgermeister von Schönaich demnächst aufhören. Der Schritt kommt zwar überraschend, doch zwischen Verwaltungsspitze und Gemeinderat hatte es schon länger gekracht.

Schönaich - Die Nachricht löste in Schönaich am Dienstagabend ein kleines Beben aus: Bürgermeister Daniel Schamburek verkündete seinen Rücktritt. Über seine wahren Beweggründe verrät die Pressemitteilung nicht viel. Wohl aber, dass Schamburek die Entscheidung nicht leicht gefallen ist: „Heute gebe ich die schwerste Entscheidung, die ich bisher in meinem Leben treffen musste, bekannt“, schreibt der 34-Jährige, der die Geschicke der Gemeinde seit November 2017 führt.

„Schon in einigen Wochen werde ich als Bürgermeister der Gemeinde Schönaich zurücktreten“, schreibt der gebürtige Bayer. Die verbleibende Zeit wolle er nutzen, um den Übergang zu organisieren.

Tatsächlich hat Schamburek aber bereits kurz vor Weihnachten Landrat Roland Bernhard seinen Rücktritt angekündigt, wie das Landratsamt bestätigt. „Ich respektiere die Entscheidung des Schönaicher Bürgermeisters“, schreibt Landrat Roland Bernhard, „sie ist verständlich vor dem Hintergrund der tiefen Gräben, die zwischen Bürgermeister und Gemeinderat entstanden sind.“ Der Landrat appelliert, von gegenseitigen Schuldzuweisungen abzusehen und die Situation als Chance für einen Neubeginn zu begreifen. Nun müsse zügig eine neue Bürgermeisterin oder ein neuer Bürgermeister gefunden werden.

Der Landrat hatte im Sommer vermittelt

Landrat Roland Bernhard hatte bereits im Mai vorigen Jahres zwischen Bürgermeister Schamburek und dessen Stellvertreter Norbert Mezger vermittelt. Vor Weihnachten 2020 wandten sich die Fraktionen aus dem Gemeinderat erneut an Bernhard und baten um Vermittlung. „Mit der Entscheidung des Bürgermeisters zurückzutreten, ist dieses Anliegen um Vermittlung hinfällig geworden“, stellt der Landrat fest.

In der Pressemitteilung nannte Daniel Schamburek keine konkreten Gründe, er machte nur Andeutungen: „Wer vieles anpackt, bietet auch viel Raum für Angriffsfläche.“ Und: „Oftmals wurde rechtlich und inhaltlich (fast) Unmögliches abverlangt.“ Außerdem listet der 34-Jährige etliche Projekte auf, die man gemeinsam in Schönaich gestemmt habe. Aber: „Wir sind nicht überall so weit gekommen, wie wir es uns gewünscht haben.“ Er fühle sich in der Verwaltung wohl. „Klar die Gesellschaft ändert sich, und es gibt von Tag zu Tag mehr ,besondere Bürger’“, schreibt Schamburek. „Bis auf diese Einzelfälle hatte ich es aber mit fairen und hilfsbereiten, manchmal kritischen, aber gleichermaßen wohlwollenden Menschen zu tun. Schönaich ist schön.“

Als Darmsheimer Ortsvorsteher war Daniel Schamburek bei der Bürgermeisterwahl in Schönaich im November 2017 angetreten, als ein Nachfolger für Tobias Heizmann gesucht wurde. Schamburek setzte sich im ersten Wahlgang mit 54 Prozent der Stimmen durch.

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