Daniel Nuding bezeichnet sich selbst als „Breaker in Rente“. Foto: Caroline Holowiecki

Unter der Woche arbeitet er als Bäcker und Konditor, am Wochenende legt in er Clubs auf. Daniel Nuding aus Stuttgart-Sillenbuch feiert am 27. Oktober in der Innenstadt sein 25-Jahr-Jubiläum als Hip-Hop-DJ Nobody.

Sillenbuch - Als Bäcker und Konditor weiß Daniel Nuding, was es heißt, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen. Unter der Woche beginnt sein Dienst am Backblech um 4 Uhr, samstags sogar um 3 Uhr. Als wären diese Arbeitszeiten nicht schon extrem genug, hat er noch eine andere Leidenschaft: Er legt als DJ auf. Sechsmal die Woche Kuchenteller, dann einmal im Monat Plattenteller. Das kann ja nicht lang gut gehen, könnte der eine oder andere meinen. Tatsächlich feiert der heute 40-Jährige an diesem Samstag sein 25-Jahr-Jubiläum als Breakdancer und Discjockey. Und das – selbstverständlich – mit einer Party.

An seine Hip-Hop-Anfänge vor einem Vierteljahrhundert erinnert sich der Alt-Sillenbucher noch bestens. Als Teenager besorgte er sich damals gemeinsam mit seinem Kumpel Karton-Unterlagen im nahen Supermarkt, um dann im windgeschützten Eingangsbereich des Heumadener Gemeindehauses an der Bockelstraße oder im Rohbau des Sillenbucher Marktes die ersten Tanzschritte zu üben. „Irgendeiner hatte erzählt, dass es Breakdancer gibt, die auf den Händen gehen. Das wollten wir auch können.“ Die Musik aus den USA, die lässige Hip-Hop-Kultur mit Tanz, DJs und Graffiti; „ich fand das cool. Man stach heraus“.

Dann begann die Clubszene zu boomen

Vom Besucher der Gemeindehaus- und Jugendhaus-Feten im Bezirk mauserte sich der junge Bursche rasch zum Akteur hinter den Plattentellern, trat zudem regelmäßig bei regionalen Battles, also Tanzwettbewerben, auf. „Vom Blättle-Austragen habe ich mir meine Platten gekauft. Für die Partys haben wir drei D-Mark Eintritt genommen, das Geld haben wir gleich wieder in Equipment investiert“, sagt er grinsend. Als Anfang der 2000er-Jahre die Clubszene in Stuttgart zu boomen begann, begannen die regelmäßigen Engagements in den Discos – auch international. „Das war schon anstrengend, aber wenn du jung bist, bist du on fire, da geht das.“

Heute bezeichnet sich Daniel Nuding lachend als „Breaker in Rente“. Das Auflegen hat er auf einmal im Monat reduziert. Im Kap Tormentoso oder im Bergamo in der Innenstadt sei er regelmäßig noch zu finden, seltener zum Musikmachen auf Battles. „Es gibt so viele gute junge DJs. Ich muss mir nichts mehr beweisen, ich lasse den Jungen gern den Vortritt“, sagt er. Die Sammelleidenschaft für Platten ist aber bis heute da. Regelmäßig sucht er auf Flohmärkten oder Börsen nach Raritäten, 3000 bis 4000 Scheiben hat er daheim in mehreren Regalen verstaut. Wenn er die nicht in Clubs und auf Partys mitnimmt, legt er sie daheim auf. Nach dem Mittagsschlaf. Nach der Frühschicht in der Backstube.

Party am Samstag, 27. Oktober

Sein 25-Jahr-Jubiläum als DJ Nobody feiert der Sillenbucher Daniel Nuding an diesem Samstag, 27. Oktober, mit einer öffentlichen Party im Club Zentral/Jugendhaus Mitte. Von 18 Uhr an (Einlass bereits von 17 Uhr an) treten bei einem Battle Breakdancer gegeneinander an. Außerdem gibt es dann Musik von Dragon Diggers Soundsystem, DJ Gamra aus Tunesien, Cut Masta Reen und natürlich DJ Nobody selbst.

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