Der Tazzelwurm dreht schon mal eine Testrunde auf dem Killesberg Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Tazzelwurm und Springerle, die beiden Dampflokomotiven vom Killesberg, drehen von Ostern an wieder ihre Runden. Ab April erhalten sie Unterstützung von der Spanierin Santa Maria.

Stuttgart - Tazzelwurm und Springerle sind mit viel Dampf und Getöse aus dem Winterschlaf erwacht und haben sich am Dienstag schon mal warm gefahren für den offiziellen Saisonauftakt am Karfreitag.

Während die Landschaftsgärtner die Stiefmütterchen im Killesbergpark anpflanzten, durften die Kinder vom nahe gelegenen Kindergarten Fleckenweinberg in den bunten Personenwagen der beiden historischen Dampflokomotiven eine Testrunde drehen. „Wenn die Killesbergbahnen wieder fahren, ist es für die Stuttgarter das Zeichen für den Frühlingsbeginn“, sagt Susanne Schupp, Sprecherin der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB). Die Beliebtheit der kleinen Dampflokomotiven erkenne man schon daran, dass Spaziergänger stehen bleiben und den Lokomotivführern und ihren Fahrgästen zuwinken. In der Winterpause wurden die Personenwagen und die Dampflokomotiven gewartet und sind jetzt wieder einsatzbereit.

Santa Maria kommt als Unterstützung

Auch Bernd Nusch, Vorsitzender des Freundeskreises der Killesbergbahn, freut sich in diesem Jahr besonders auf den Saisonbeginn: Denn für Tazzelwurm und Springerle kommt Unterstützung: Die stolze Spanierin Santa Maria ist von April an im Einsatz. „Die Strecke im Park ist recht strapaziös für Tazzelwurm und Springerle, die ja Baujahr 1950 sind“, erklärt Nusch. Auf eine Strecke mit bis zu 58 Promille Steigung kämpften sich die Dampfloks auf den Killesberg hinauf – wie echte Gebirgsbahnen. Zur Entlastung der Loks hat der Freundeskreis im Jahr 2014 eine weitere historische Dampflok von einem Sammler aus Barcelona erstanden. Diese wurde umfangreich gewartet und kann in dieser Saison endlich auf die Schienen gesetzt werden. Obwohl die sechs Tonnen wiegende, gut vier Meter lange Schlepptenderlok bisher nur in Spanien ihre Runden drehte, gleicht sie den beiden schwäbischen Lokomotiven nahezu bis zur letzten Niete. Kein Wunder: Der Hersteller, Krauss-Maffei in München, und der Bauplan waren dieselben, nur dass die spanische Lok schon 1929 erbaut wurde, während die beiden Stuttgarter Maschinen von 1950 stammen.

Der Höhenpark auf dem Killesberg entstand vor über 75 Jahren und mit ihm eine Eisenbahn im Miniaturformat, deren Betrieb jedoch während des Krieges eingestellt wurde. Im Jahr 1950, zur Gartenschau in Stuttgart, wurde die Parkbahn wiedereröffnet. Die zwei Dampflokomotiven entstanden nach den ursprünglichen Plänen des Münchner Herstellers. „Die Eisenbahnen gehören seitdem einfach zu Stuttgart dazu“, findet Bernd Nusch.

Denn Tazzelwurm und Springerle erfreuen zahlreiche Kinder und Erwachsene – im vergangenen Jahr waren es über 118 000 Fahrgäste.

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