Wegen illegaler Preisabsprachen haben die EU-Wettbewerbshüter Daimler und drei weiteren Lkw-Herstellern eine Strafe in Milliardenhöhe aufgebrummt. Foto: Daimler AG

Wegen illegaler Preisabsprachen haben die EU-Wettbewerbshüter Daimler und drei weiteren Lkw-Herstellern eine Strafe in Milliardenhöhe aufgebrummt. Eine solch hohe Kartellstrafe wurde von der EU-Kommission bislang noch nicht verhängt.

Brüssel - Die Rekordstrafe der EU gegen die Lkw-Hersteller beträgt fast drei Milliarden Euro. Daimler muss dabei mit über einer Milliarde Euro die größten Summe zahlen, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Die Produzenten hätten über 14 Jahre hinweg die Verkaufspreise für ihre Lkw abgesprochen. Zudem hätten sie die mit strengeren Abgasvorschriften verbundenen Kosten abgestimmt an ihre Kunden weitergegeben. Die VW -Tochter MAN entkam einer Strafe von 1,2 Milliarden Euro, weil sie die Brüsseler Behörde über die Absprachen informiert hatte. Gegen den ebenfalls zu VW gehörenden Hersteller Scania läuft noch ein Verfahren.

„Die Einigung beendet das EU-Kartellverfahren“, sagte eine Daimler-Sprecherin am Dienstag in Stuttgart. An den Absprachen waren neben Daimler auch MAN, Iveco, DAF und Volvo/Renault beteiligt, wie die europäischen Wettbewerbshüter in Brüssel mitteilten. Insgesamt verhängte die EU-Kommission Bußgelder in Höhe von knapp 2,93 Milliarden Euro. Daimler trifft mit 1,09 Milliarden Euro der Löwenanteil.

Daimler bedauere die Vorfälle und habe Konsequenzen gezogen, sagte die Daimler-Sprecherin weiter. So seien interne Kontrollen gestärkt und Mitarbeiter verstärkt geschult worden.

Beteiligung an Preisabsprachen

Der US-Produzent Paccar, dessen Lastwagen unter der Marke DAF fahren, erhielt eine Strafe von rund 753 Millionen Euro. Der schwedische Hersteller Volvo und der französische Konzern Renault, die beim Lkw-Bau zusammenarbeiten, müssen in dem Kartellverfahren insgesamt rund 670 Millionen Euro zahlen. Der italienische Lkw-Bauer CNH mit seiner Marke Iveco muss mit rund 495 Millionen Euro geradestehen. Die Geldbußen aus Brüssel wurden jeweils um zehn Prozent reduziert, weil die Firmen ihre Beteiligung an den Preisabsprachen einräumten.

Die bisher höchste Kartellstrafe von 1,4 Milliarden Euro verhängte die EU-Kommission 2012 gegen die Hersteller von Bildröhren für Fernsehgeräte und Computermonitore.

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