Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der Hauptversammlung. Foto: dpa-Zentralbild

Wenn man die heutige Lage bei Daimler mit der vor einigen Jahren vergleicht, hat sich der Konzern drastisch gewandelt, meint unser Autor Klaus Köster.

Stuttgart - Um dieses Problem kann man die Daimler-Aktionäre nur beneiden: Ihr Unternehmen hat im vergangenen Jahr so viele Autos verkauft wie nie und damit neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn erzielt. Das hat natürlich eine Schattenseite, auf die der Fondsmanager Ingo Speich bei der Hauptversammlung hinwies: Geht das immer so weiter? Oder folgen auf die fetten wieder magere Jahre? Könnte es gar sein, dass auch bei Daimler die Bäume nicht in den Himmel wachsen?

Daimler hat sich gewandelt

Wenn man die heutige Lage bei Daimler mit der vor einigen Jahren vergleicht, hat sich der Konzern drastisch gewandelt. Er ist an der Konkurrenz vorbeigezogen, er setzt intensiv auf digitale Technologien und drängt bei neuen Antriebstechnologien stark, wenn auch recht einseitig, in Richtung Batterie-Mobilität.

Aktienkurs macht den Höhenflug nicht mit

Zetsche ist dabei, das Unternehmen zu drehen – und doch ist die Euphorie großer Anleger gebremst. Der Aktienkurs macht den geschäftlichen Höhenflug nicht mit, sondern schwankt unschlüssig hin und her. Zu den größten Sorgenthemen zählt der Diesel-Skandal, der noch lange nicht ausgestanden ist. Würden tatsächlich Dieselautos wegen zu hoher Stickoxidwerte von den Straßen verbannt, würde dies Mercedes besonders hart treffen. Gelingt es nicht, den Diesel zu stabilisieren, drohen zudem hohe Strafzahlungen durch die EU, weil sich dann die Treibhausgas-Werte in die falsche Richtung entwickeln. Hinzu kommen fundamentale Fragen wie die, ob und wann sich die gewaltigen Investitionen ins Batterieauto rechnen, was aus dem globalen Geschäftsmodell in Zeiten wachsender Handelskonflikte wird und was der neue Großaktionär Li Shufu vorhat. Der Konzern fährt nach wie vor auf der Erfolgsspur – doch es ist deutlich schwieriger geworden, sie auch in Zukunft zu halten.

klaus.koester@stuttgarter-nachrichten.de

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