In der Albert-Schweitzer-Straße fehlt seit Neuestem das Ortsschild. Wer kann das denn brauchen?
Den Durchblick hat man jetzt in Böblingen-Dagersheim. Zumindest in der Albert-Schweizer-Straße in Böblingen-Dagersheim. Oder um ganz präzise zu sein: Am Standort des Ortsschildes in der Albert-Schweitzer-Straße. Da ist nämlich nur noch der Rahmen vorhanden, denn das Ortsschild wurde gestohlen.
Dieser Diebstahl ist keine Kleinigkeit. Mehr als 750 Euro kostet das Schild, inklusive Anbringen, sagt die Pressestelle der Stadtverwaltung Böblingen. Bis zu vier Schilder im Jahr werden im Landkreis Böblingen gestohlen, was etwa 3000 Euro Unkosten für die Verwaltungen bedeutet. Geld, das man überall gut brauchen kann: Für neue Tischkicker in den Jugendhäusern oder für neue Spiele im Kindergarten.
Was ein Dieb nun mit einem Dagersheimer Ortsschild anfangen will, ist eine ziemlich müßige Frage. Sollte es als Deko dienen, würde es reichen, wenn man ein Foto davon machte, und es sich in den Keller hängte. Sollte es um eine Herausforderung gehen, dann wäre ein Wettmüllsammeln oder ein Spendenmarathon eine gute Alternative.
Oder glauben die Menschen, Dagersheim wäre ein so wichtiger Name, dass er in jeden Keller gehört? In manchen Gegenden wirkt der Gemeindename geradezu selbstzerstörerisch. Zum Beispiel bei der Gemeinde „Fucking“ im Bezirk Braunau am Inn. Weil dort aus unerfindlichen Gründen immer mal wieder das Ortsschild verschwand, oder sich Menschen aus nicht nachvollziehbaren Gründen mit lasziven Posen vor der Tafel räkelten, wurde das den braven Bürgern Österreichs zu viel, worauf sie ihre Ortschaft im Jahr 2020 in „Fugging“ umbenannten.
Da sollte Dagersheim doch lieber Dagersheim bleiben, denn sonst müssten alle Dagersheimer ihre Briefköpfe ändern.
Über die Täter ist noch nichts bekannt – außer, dass sie nicht von Dagersheim sein können. Da hat man nämlich den Durchblick, wohingegen die Diebe ziemlich vernagelt sein müssen. Ansonsten würden sie das Schild klammheimlich wieder zurückbringen. Auch eine Challenge.