Seit Dezember 2024 ist die St.-Klemens-Kirche in Böblingen geschlossen, weil das Dach nicht mehr standsicher war. Derzeit läuft die Sanierung, Ende Juli soll wiedereröffnet werden.
Seit eineinhalb Jahren können die Gläubigen der St.-Klemens-Gemeinde die Kirchenfeste nicht in ihrem angestammten Gotteshaus feiern. Weihnachten, Ostern, Pfingsten und alle anderen Feier- und Festtage müssen seit Dezember 2024 im Gemeindesaal oder anderen Kirchen stattfinden. Doch damit soll bald Schluss ein. Derzeit läuft die dringend erforderliche Dachsanierung, Ende Juli soll St. Klemens wieder öffnen.
Im März haben die Arbeiter bereits die Aufgaben im Inneren der katholischen Kirche erledigt. Dazu wurden Revisionsöffnungen im Dach eingebaut, eine Art verborgene Gucklöcher. „Dann kann der Statiker alle fünf Jahre Kontrollen machen“, erläutert Stefan Seitter, der Gebäudemanager des Dekanats Böblingen.
Arbeiten sind extrem wetterabhängig
Nun steht das Außengerüst. Anfang der Woche wurde begonnen, den Kies vom Flachdach abzusaugen. Seit Mittwoch können die Mitarbeiter der Aidlinger Firma Fischer & Bauer die Dachhaut über der Betondecke Stück für Stück erneuern. „Die Arbeiten sind aber extrem vom Wetter abhängig, denn es darf auf keinen Fall Wasser reinlaufen“, so Seitter, „deshalb kann man nicht genau sagen, wann alles fertig ist.“
Der Zeitplan sieht vor, dass – inklusive etwas Puffer – bis Mitte Juli die Arbeiten definitiv beendet sind, damit noch vor den Sommerferien die Wiederöffnung der katholischen Kirche am Herdweg gefeiert werden kann. Dann wäre eine gut 20-monatige Leidenszeit der Gläubigen beendet.
Diese Leidenszeit begann Ende 2024. Damals sollte eigentlich nur geprüft werden, ob das Dach der St.-Klemens-Kirche eine Photovoltaikanlage tragen kann. Doch das statische Gutachten führte zutage, dass die Standsicherheit des Daches nicht mehr gewährleistet war. Prompt wurde das Gotteshaus gesperrt, die notwendige Sanierung brachte die katholische Gesamtkirchengemeinde in Böblingen in die Bredouille.
Kirche muss sich neu aufstellen – auch räumlich
Denn die Kirche muss sich – in Böblingen wie anderswo – derzeit neu aufstellen. Das betrifft auch die Gebäude. In den nächsten Jahren ist mit gravierenden Veränderungen zu rechnen. Und so stellte sich die Frage, ob die Sanierung der Dachkonstruktion für rund 440 000 Euro zurzeit überhaupt sinnvoll sei. Doch nach einigen Diskussionen stimmte der Gesamtkirchengemeinderat Ende Juli des vergangenen Jahres klar für die Sanierung – sehr zur Freude der St.-Klemens-Kirchgänger.
Dann musste die Diözese die Sanierung noch genehmigen, ehe das beauftragte Architekturbüro Mink aus Aichtal die Ausschreibungen starten konnte. Da es keinen Sinn gemacht hätte, die Arbeiten im Winter auszuführen, peilte man gleich das Frühjahr an. Und wenn alles gut läuft, lachen die St.-Klemens-Gläubigen bald mit der Sommersonne um die Wette.