Corinna Berner ist Koordinatorin der Freizeiten beim CVJM Fellbach. Foto: privat

Corinna Berner ist Koordinatorin der Freizeiten beim CVJM Fellbach. Sie erklärt, wo die Gründe liegen könnten, warum diese weniger nachgefragt werden.

Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) organisiert betreute Reiseangebote für Kinder und Jugendliche. Auch an Pfingsten und in anderen Schulferien geht es zu unterschiedlichen Zielen. Doch die Nachfrage geht teils zurück. Woran könnte dies liegen? Wir haben nachgefragt.

 

Frau Berner, was vermuten Sie, weshalb die Anmeldezahlen bei Freizeiten zurückgehen?

Man muss unterscheiden: Die Freizeiten für Teenager sind gut ausgebucht. Aber bei den Freizeiten für Kinder zwischen sieben und dreizehn Jahren, da sehen wir seit den vergangenen fünf Jahren einen deutlichen Rückgang.

Hat Corona diesen Einbruch beschert?

Corona hat ein Loch gerissen. Aber wir denken, dass da verschiedene Faktoren zusammenkommen. Wir beobachten, dass Kinder nicht mehr so oft Urlaub alleine machen. Kinder gehen mit ihren Eltern in den Urlaub oder bleiben zu Hause. Früher war es mehr Usus, beispielsweise bei einer Freundin zu übernachten. Vielleicht ist die Hürde inzwischen größer, dass Kinder sich für zwei Wochen alleine auf eine Freizeit einlassen.

Den Wald in seiner Vielfalt zu erleben, das ist auch geboten bei den Freizeiten (Symbolfoto). Foto: Smileus - stock.adobe.com

Hat es mit knapperen Finanzen der Familien zu tun?

Am Finanziellen ist es nie gescheitert, bei uns kann immer ein Zuschuss vertraulich beantragt werden. Wir sehen, dass viele Schulen inzwischen Programme in den Ferien anbieten. Außerdem verreisen viele Familien an Pfingsten. Der Pfingsturlaub ist für viele eine Alternative zum Sommer, da es oft günstiger ist und es weniger überlaufene Reiseziele gibt. Dieser Trend wirkt sich wohl auch auf unsere Pfingstfreizeiten aus.

Was ist denn das Besondere an den CVJM-Freizeiten?

Es sind besondere Erlebnisse und eine gewisse Freiheit, die geboten werden. Mit Gleichaltrigen etwas zu erleben, gemeinsam am Lagerfeuer zu sitzen und zu singen beispielsweise. Natürlich gehört auch dazu, über Gott und die Welt zu reden, das ist ein zentraler Aspekt. Es gibt viele Erlebnisse offline in der Natur – beispielsweise sind wir bei der Freizeit in Indelhausen im Lautertal mit dem Förster unterwegs im Wald. Außerdem sind die Mitarbeiter gut ausgebildet und wir legen Wert auf einen guten Mitarbeiterschlüssel – also die Relation zwischen Kindern und der Zahl der Betreuer.

Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus, haben weniger Bezug zum christlichen Glauben. Spielt das bei der sinkenden Nachfrage auch eine Rolle?

Das ist schwer zu sagen. Wir sind jedenfalls offen für alle Menschen. Man muss kein Mitglied einer Kirche und auch kein Mitglied beim CVJM sein, um an den Freizeiten teilzunehmen, anders als etwa bei manchen Sportvereinen.

Die Freizeiten zu organisieren und mit auf die Beine zu stellen, das ist alles Ehrenamt. Was bewegt Sie persönlich dazu?

Ich habe als Kind selbst davon profitiert und bin dadurch in meiner Persönlichkeit gewachsen. Ich möchte es ermöglichen, dass andere auch diese Erfahrung machen können. Außerdem macht es Spaß, mit Kindern und Jugendlichen unterwegs zu sein.

Hintergrund:

Zur Person: Corinna Berner ist Koordinatorin der Freizeiten des CVJM Fellbach. Zum CVJM ist sie bereits als Kind gekommen. Die 43-Jährige lebt in Fellbach und ist im Hauptberuf Ingenieurin.

CVJM: Der Christliche Verein Junger Menschen in Fellbach (CVJM Fellbach e.V.) organisiert Freizeiten. Das sind betreute Reiseangebote für Kinder und Jugendliche, bei denen sie ohne ihre Eltern gemeinsam mit Gleichaltrigen ihre Ferien verbringen. Begleitet werden sie dabei von geschulten ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Infos zum CVJM: www.cvjm-fellbach.de