Umlagert von Journalisten und Fotografen: Karl-Theodor zu Guttenberg in Thurnau Foto: dapd

Der 39-Jährige legte am Samstag auch den Vorsitz des CSU-Bezirks Oberfranken nieder.

Thurnau - Karl-Theodor zu Guttenberg hat nun auch sein letztes politisches Amt aufgegeben. Zweieinhalb Wochen nach seinem Rücktritt als Verteidigungsminister legte der 39-Jährige am Samstag auch den Vorsitz des CSU-Bezirks Oberfranken nieder. Als Nachfolger schlug der Bezirksvorstand einstimmig den neuen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich vor. Der 54-Jährige soll die Geschäfte bereits kommissarisch bis zur turnusgemäßen Neuwahl des gesamten Vorstandes am 15. Juli führen.

Guttenberg selbst äußerte sich nach der Sitzung in Thurnau (Landkreis Kulmbach) nicht. Nach Angaben des stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Hartmut Koschyk ließ Guttenberg offen, ob und wie er sich eine Rückkehr in die Politik vorstellen könne. Gegen den 39-Jährigen läuft ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hof, weil er seine Doktorarbeit teilweise abgeschrieben haben soll. Sein Bundestagsmandat hat er deshalb ebenfalls niedergelegt.

Guttenberg nimmt Auszeit

Guttenberg habe unmissverständlich klargelegt, dass er sich am 1. März ganz bewusst für das Ausscheiden aus allen politischen Ämtern entschieden habe, sagte Koschyk. Dies habe von Anfang an auch für den Bezirksvorsitz der oberfränkischen CSU gegolten. „Karl-Theodor zu Guttenberg hat um Verständnis gebeten, dass er eine Auszeit nimmt, neue Kräfte sammelt und die Ereignisse mit seiner Familie ein Stück weit abarbeitet.“

Bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz würdigten Koschyk und Friedrich die Verdienste Guttenbergs für die oberfränkische CSU und den Politikstil in Deutschland. „Durch seine Art der Kommunikation hat er das Vertrauen vor allem junger Menschen in die Politik wieder neu geweckt, Impulse gesetzt und der Politik ein neues Gesicht gegeben“, sagte der Bundesinnenminister. Guttenberg hatte das Amt des Bezirkschefs der CSU im Dezember 2007 als Nachfolger des früheren bayerischen Umweltministers Werner Schnappauf übernommen.

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