Christoph Michl, Judith Skudelny und Fritz Kuhn läuten die CSD-Saison 2018 ein. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Die Regenbogen-Gemeinschaft hat sich im Stuttgarter Rathaus auf den Christopher Street Day 2018 eingestimmt. In den kommenden zwei Wochen gibt es zahlreiche Veranstaltungen. Den Höhepunkt bildet die große Parade durch die Stuttgarter Innenstadt.

Stuttgart - Immer wieder wird Christoph Michl gefragt: Wozu braucht es den Christopher Street Day (CSD) denn noch? Schließlich ist die „Ehe für alle“ seit dem 1. Oktober 2017 in Deutschland Gesetz und allein im Standesamt an der Eberhardstraße in Stuttgart-Mitte waren von den 494 Hochzeiten, die seitdem geschlossen wurden, 87 gleichgeschlechtlich. „Doch es wäre weit gefehlt die Arbeit nun abzustellen, denn die Realität ist um einiges vielschichtiger“, mahnte Christoph Michl, der Geschäftsführer der Interessensgemeinschaft CSD Stuttgart, am Freitagabend im Stuttgarter Rathaus. Bei dem Empfang stimmte sich die Regenbogen-Gemeinschaft auf die kommenden zwei Wochen ein, in denen das CSD-Kulturfestival gefeiert wird.

In diesem Jahr heißt das Motto „Expedition Wir“ und der Oberbürgermeister Fritz Kuhn erkannte in seiner Rede darin zwei Bedeutungen: einerseits das klare Ziel der Gemeinschaft und der Anerkennung und andererseits den Feldzug gegen Intoleranz und Respektlosigkeit. „Wir sind in Stuttgart im Großen und Ganzen eine tolerante Gesellschaft. Aber es gibt einen Gegentrend und man hat den Eindruck, dass dieser Trend an Fahrt aufnimmt“, sagte er. „Lasst uns aufpassen, dass die Stimmen der Feindlichkeit nicht lauter werden.“

Höhepunkt ist Parade am 28. Juli

Die Schirmherrschaft über den Stuttgarter CSD hat in diesem Jahr die FDP-Bundestagsabgeordnete Judith Skudelny. Ihr geht es um die ehrliche, tiefe Toleranz: „Wir dürfen nicht nur tolerant tun, sondern müssen tolerant werden“, sagte sie. Es sei nicht akzeptabel, dass man zwar „generell nichts gegen Schwulen oder Lesben habe – aber bitte nicht beim eigenen Kind“ oder dass sich Spitzensportler erst nach ihrer Karriere öffentlich zu ihrer Homosexualität bekennen könnten.

In den kommenden zwei Wochen gibt es zahlreiche Veranstaltungen im Rahmen des CSD-Kulturfestivals: Filmabende, Ausstellungen sowie eine Gala im Varieté. Den Höhepunkt bildet die große Parade durch die Stuttgarter Innenstadt am Samstag, 28. Juli, sowie das Straßenfest an dem Wochenende vom 28. und 29. Juli.

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