Lebensretter: Labrador Calli mit Besitzern Kristina Roßmeißl Foto: Rettungshundestaffel

Rettungshunde müssen schnell zur Stelle sein, wenn Gefahr droht. Doch um sie zum Einsatzort zu fahren, braucht die Rettungshundestaffel des DRK ein neues Fahrzeug. Kristina Roßmeißl ist Kassenwartin und fischt für dessen Ausstattung im Spenderschwarm.

Stuttgart - Crowdfunding lautet das Zauberwort, wenn findige Leute eine super Geschäftsidee, aber kein Startkapital haben. Crowdfunding, zu deutsch Schwarmfinanzierung, treibt im Internet das nötige Geld auf und sichert die Financiers zumeist noch ab: Kommt nicht genug Geld zusammen und die Geschäftsidee nicht aufs Gleis, bekommen sie anstandshalber ihr Geld wieder zurück.

Aber wer sagt eigentlich, dass diese Art des Geldsammelns Geschäftsleuten vorbehalten sein muss? Schließlich kennt jeder Ehrenamtliche die Mühen des Spendensammelns auf öffentlichen Plätzen: Die Passanten zerstieben wie Pulverschnee in alle Richtungen zum Klang des leeren, hohlen Schepperns einzelner Groschen in der Spendenbüchse – wer macht das gern? Kristina Roßmeißl, Kassenwartin der Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuz (DRK) Stuttgart, sagt, man gehe vor allem in der Weihnachtszeit noch mit der Sammelbüchse auf die Königstraße, „aber dabei kommen wir nur mit viel Glück auf die Summe, die wir jetzt brauchen“. 9630 Euro braucht die Kassenwartin.

Beim alten Sprinter läuft der Tüv ab

Zur Rettungshundestaffel gehören 21 Tiere, darunter drei „Rentner“, sieben geprüfte Hunde und elf Azubis. Der jüngste Vierbeiner ist sechs Monate alt, der älteste 13, und die Rassen sind so bunt gemischt wie das Fell so mancher Hunde: Labrador Retriever neben Hovawart, Border Collie neben Gebirgsschweißhund, Entlebucher Sennenhund neben Jagdterrier. Sie müssen mit einem Sprinter zum Einsatzort gefahren werden. Dieser hat spezielle Einbauten und Werkzeuge, die von den Rettern gebraucht werden.

Zurzeit verhindert der alte Transporter freilich das schnelle Ausrücken: „Mal springt er nicht an, mal bleibt er stehen und die seitliche Schiebetür lässt sich ohne zusätzlichen Hüftschwung nicht mehr schließen“, sagt Kristina Roßmeißl. Zum Jahresende läuft der Tüv ab und die 37-Jährige muss bis dahin dafür sorgen, dass ein Neufahrzeug bedarfsgerecht ausgestattet ist. Dafür geht sie nun neue Wege bei BW Crowd, dem Crowdfunding-Portal für Baden-Württemberg: „Ich hatte den Eindruck, dass dort sehr seriöse Projekte befördert werden.“

Prämien für Spender

Seit fünf Jahren gibt es diese Plattform, die von der BW-Bank bezahlt und deren Nutzer vom Projektpartner Fairplaid betreut werden. Noch bis zum 28. Oktober, 20 Uhr, läuft die Aktion auf www.bw-crowd.de/rettungshunde, am Montag waren immerhin schon 4690 Euro von 74 Unterstützern zusammengekommen. Das Geld wird auf einem Treuhandkonto verwaltet, denn erreicht Kristina Roßmeißl mit der Aktion die gewünschte Spendensumme nicht, erhalten alle ihr Geld wieder zurück.

Die BW-Bank fördert Kristina Roßmeißls Aktion mit 330 Euro. Das ist vielleicht ebenso ein Anreiz wie diverse Prämien. Beispielsweise winkt Spendern ein Gutschein für den Waldseilgarten, ein Schnuppertraining mit dem eigenen Hund oder ein Kurs für Erste Hilfe am Hund. Der Schnupperteppich ist bereits ausverkauft, wer also olfaktorische Genüsse sucht, muss mit seinem Hund dann doch an die frische Luft.

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