Critical Mass: Fahrrademo in Stuttgart Foto: dpa

Die Fahrrad-Demonstration hat inzwischen Tradition: Die monatliche Critical Mass feiert ihren fünften Geburtstag. Und ist dafür auf mehr als 15 Kilometer in der Innenstadt unterwegs. Die Initiatoren verfolgen nach wie vor ihre ambitionierten Ziele.

Stuttgart - Hochräder, Mountainbikes, Liegeräder – bei der Fahrrad-Demonstration Critical Mass darf jeder mit seinem Rad mitfahren. Am Freitag feierte die Bewegung ihr fünfjähriges Jubiläum und startete am Feuersee ihre Tour quer durch die Stuttgarter Innenstadt mit einem Klingelkonzert.

„Ich sehe inzwischen auch im Alltag viel mehr Fahrräder auf den Straßen“, fasst Organisator Alban Manz die Fortschritte der letzten Jahre zusammen. Zwar werde die monatliche Demonstration von der Stadt und dem Verkehrsministerium unterstützt und angekündigt, aber das Angebot für Radfahrer habe sich nicht wirklich verbessert. „Das Bemühen der Stadt ist deutlich zu spüren und es gibt kleine Änderungen, wie geänderte Vorfahrtsregelungen. Aber mehr leider noch nicht“, sagt Manz.

Damit sich das ändert hatte sich bereits 1999 eine Critical Mass gebildet. Die Aktion baut darauf auf, dass die Straßenverkehrsordnung 15 Fahrradfahrer als einen sogenannten geschlossenen Verband einstuft. Wird diese kritische Masse erreicht, gelten besondere Regelungen: Zum Beispiel darf die Fahrradkolonne im Ganzen eine auf Rot springende Ampel überqueren. Diese Bewegung wurde von der Polizei früher regelmäßig unterbunden. Das hat sich geändert.

Damit die mehr als 500 Radfahrer ungestört über Stuttgarts Innenstadt fahren können, sperren zwei Streifenwagen und vier Motorräder die Kreuzungen. „Durch unsere Kooperation mit der Polizei kommen deutlich mehr Mitfahrer. Es ist einfach entspannter, wenn man sich nicht jedes Mal aufs Neue darum streiten muss, ob man jetzt losfahren darf oder nicht“, sagt Manz.

Zu Konflikten kommt es deshalb so gut wie nie. Auch viele Autofahrer bleiben angesichts der Zwangspause entspannt. „Sie lassen sich von unserer guten Stimmung anstecken“, sagt Manz. Die Route durch die Stadt variiert jedes Mal und ist zwischen 15 und 20 Kilometern lang. Besonders freut es die Radfahrer dabei, wenn sie dann durch ansonsten für sie gesperrte Tunnel fahren dürfen. Dass es überhaupt in Stuttgart Straßen gibt, die für Radfahrer gesperrt sind, stört Manz dabei besonders. Für ihn ist das Rad das Fortbewegungsmittel Nummer eins und er hofft, dass durch die Bewegung auch viele andere Leute wieder das Fahrrad für sich als Verkehrsmittel entdecken.

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