Der Geschäftsführer Thorsten Schwämmle hatte offenbar auch Probleme, passendes Personal für das Kraftpaule zu finden. Foto: factum/Granville

Kraftpaule verlässt Böblingen bereits wieder. Nach einem nur neunmonatigen Gastspiel schließt die Craft-Beer-Kneipe an der Poststraße.

Böblingen - Nur neun Monate hat das Gastspiel der Stuttgarter Craft-Beer-Bar Kraftpaule in Böblingen gedauert: Am Freitag, 24. November, hat das Lokal an der Poststraße zum letzten Mal geöffnet. Die Dependance der Stuttgarter Firma hat offenbar nicht genug Kundschaft angezogen. Außerdem hatte der Geschäftsführer Thorsten Schwämmle Schwierigkeiten, passendes Personal für das Lokal zu finden. „Leider müssen wir euch unsere Entscheidung mitteilen, den Kraftpaule in Böblingen zum Monatsende zu schließen“, hat er auf der Internetseite des Unternehmens geschrieben: „Wir danken Euch herzlich für neun ereignisreiche und schöne gemeinsame Monate.“

Werner Dinkelaker hat sich das Konzept selbst ins Haus geholt: „Lass uns das Craft-Beer nach Böblingen tragen“, hatte der Geschäftsführer der Schönbuchbrauerei dem Kraftpaule-Manager vorgeschlagen. Das Lokal ist im Besitz der Brauerei. „In Stuttgart läuft es, aber in Böblingen ist die Wirtschaftlichkeit des Konzepts nicht gegeben“, lautet nun die Erkenntnis von Nunzio Chiumenti, dem Geschäftsführer des Bereichs Gastronomie bei der Brauerei. Mit Craft Beer würde Kraftpaule eine Nische bedienen – und um dafür Publikum in Böblingen zu gewinnen, brauche es Zeit. Seiner Erfahrung nach hätten mindestens zwei Jahre in die Bar investiert werden müssen, aber Zeit koste eben Geld, erklärt Nunzio Chiumenti.

Vier Pächterwechsel

Was in dem Lokal am Plattenbühl folgt, ist noch nicht klar. Es soll auf alle Fälle wieder verpachtet werden. Einen ähnlichen Ansatz mit einem etwas breiteren Angebot auch für „Nicht-Extrem-Biertrinker“ könnte sich der Gastronomie-Geschäftsführer gut vorstellen. Seit dem Jahr 2009 ist die Gaststätte im Besitz der Brauerei, etwa vier Pächterwechsel hat es seither gegeben. Kraftpaule hatte im November kaum noch geöffnet. Am Freitag kann von 17 Uhr an zum letzten Mal dort handwerklich gebrautes Bier verkostet werden.

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