Auf ihrer Reise hat Vanessa Baumann viele Tiere hautnah erlebt: Hier schmiegt sich ein kleines Äffchen an ihre Schulter. Foto: privat

Sechs Wochen Zeit und jede Menge Fernweh. Beste Voraussetzungen für unsere Leserin Vanessa Baumann, durch Mittelamerika zu reisen.

San José - Die lebensverändernde Reise beginnt für meine Schwester Jessica und mich in der Hauptstadt Costa Ricas, in San José. Für Naturliebhaber bleibt in Costa Rica kein Wunsch offen. Es gibt Regenwald, Vulkane, Seen, Flüsse, schwarze und weiße Sandstrände. Neben dieser tollen Natur begegnet man in Costa Rica aber vor allem wunderbaren Menschen. Die meisten sind fröhlich, hilfs­bereit, ausgeglichen und leben getreu dem Motto: Pura Vida. Das heißt übersetzt „pures Leben“, gemeint ist damit aber: Genieße dein Leben, nutze es und tu, was dir beliebt.

Nächster Stopp: Nicaragua. Viele behaupten, es wäre das schönste Land Mittelamerikas. Die Insel Ometepe ist auf jeden Fall landschaftlich etwas ganz Besonderes. Ometepe ist die weltweit größte vulkanische Insel in einem Süßwassersee. Gebildet wurde sie aus zwei perfekt geformten Vulkanen, dem Concepción und dem Maderas. Beide Vulkane können bestiegen werden, wobei der Aufstieg bei den dort herrschenden Temperaturen in Verbindung mit der hohen Luftfeuchtigkeit wirklich anstrengend ist. Über die Hauptstadt Honduras’, Tegucigalpa, kommen wir auf die circa 65 Kilometer vor dem Festland liegende karibische Insel Roatán. Ein Paradies. Wer Touristenrummel meiden will, fährt am besten in den Westen der Insel. Hier verbringen wir wunderbare Tage am weißen Sandstrand mit kristallklarem Wasser, mit Reggae-Musik in den Ohren und einem Cocktail in der Hand. Neben dem perfektem Strand hat Roatán jedoch auch Berge und Regenwald zu bieten. Man kann also nicht nur tauchen oder schnorcheln, sondern auch im Regenwald wandern. Viel zu schnell ist es an der Zeit, das nächste Land zu erkunden: Guatemala. Entgegen allen zuvor gelesenen Berichten empfinden wir die täglichen Situationen auf der Straße nicht als gefährlich.

Marshmallows mal anders

Wir widmen Guatemala die längste Zeit unserer Reise. In Chichicastenango besuchen wir den größten Markt in ganz Mittelamerika. Der sportliche Höhepunkt der Reise ist die Besteigung des aktiven Vulkans Pacaya. Auf den 2500 Meter hohen Vulkan führen schmale Wege. Nach drei Stunden mühsamen Aufstiegs gelangt man in eine Landschaft, die geprägt ist von schwarzen spitzen Lavaformationen. Immer wieder steigt Dampf aus dem Erdinneren empor, und es gibt zahlreiche Erdlöcher, in welchen das Magma brodelt. Vor dem Abstieg wollen wir uns noch stärken - in der Hitze des Magmas grillen wir Marshmallows. Auf den geschichtlichen Höhepunkt der Reise treffen wir bei der Besichtigung der Maya-Stätte Tikal, die sich über 65 Quadratkilometer erstreckt. Ein faszinierender Ort. Die Tempelpyramiden dürfen teilweise bestiegen werden. Der Aufstieg ist nicht leicht, wird aber durch eine einmalige Sicht über den weiten Regenwald und die Tempelanlagen entschädigt. Zum Abschluss geht es in das kleine und wenig bekannte Land Belize. Auch Belize ist Heimat zahlreicher Maya-Stätten, welche sich tief im Dschungel verbergen. Doch schnell zieht es uns vom Landesinneren wieder in die Karibik, auf die vor Belize City gelegene Insel Caye Caulker. Das Motto der Insel lautet: Go slow! Auch wir lassen uns von diesem Lebensgefühl anstecken. Vor der Insel befindet sich das zweitgrößte Riff der Welt. Beim Schnorcheln sehen wir Haie, Delfine, Rochen, Seekühe, Schildkröten und viele bunte Fische. Heute wissen wir: Das war der schönste Tag unserer Reise.

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