Heimat Winnenden – derzeit sucht die Stadt nach einem neuen Corporate Design. Foto: Frank Eppler/Archiv

Auf der Suche nach dem Corporate Design: Die Stadt Winnenden will öffentlich modern und einheitlich auftreten und plant einen Wettbewerb.

Winnenden - Wien hat es bereits, Weissach im Tal auch und Winnenden will es bald haben: ein zeitgemäßes Erscheinungsbild in Print und Online. Was die Weltstadt hat und die Gemeinde im Nachbartal, soll nun auch am Zipfelbach Realität werden und Ordnung bringen: ein modernes Corporate Design. Aus diesem Grund haben die Hauptamtsleiterin Christina Riedl und die Pressesprecherin Emely Rehberger am Dienstag dem Gemeinderat Auskunft gegeben zum Stand der Dinge. Der Status quo sieht noch ziemlich kunterbunt aus, wie die beiden eindrucksvoll demonstrierten.

Auf eine Stellwand hatten sie jede Menge Drucksachen gepinnt, die offiziell seitens der Stadt aktuell oder in jüngster Vergangenheit erschienen sind. Zwar tragen alle das Logo Winnendens, ein aus fünf Quadraten bestehendes stilisiertes W, doch darüber hinaus haben die Urheber ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Bei manchen Plakaten oder Schriften muss man schon genau hinsehen, um das Logo zu bemerken. „Wo steht die Stadt, wo ist ihr Selbstverständnis?“ Diese Frage stelle sich anhand des gegenwärtigen Auftritts, so die Hauptamtsleiterin Christina Riedl.

Einheitlichkeit statt Mischmasch

Ein Corporate Design sei notwendig, um Ordnung in das Durcheinander zu bringen. Wie bei Firmen, will auch die Stadtverwaltung nicht nur einen einheitlichen Auftritt schaffen, sondern auch Richtlinien für die Gestaltung formulieren, an die sich alle halten sollen, die im Auftrag der Stadt etwas veröffentlichen. Auf der Suche nach einer Lösung habe man sich andernorts umgeschaut, erklärten die beiden Referentinnen – etwa bei Wien, Weissach oder Oslo.

15 Jahre ist es her, dass das Winnender Logo – damals von einem Stadtrat süffisant als „Winnender Waffel“ bezeichnet – eingeführt wurde. Nun sei es Zeit für eine Modernisierung. „Nur ein Logo genügt dazu nicht“, betonte Rehberger. Um ein Erscheinungsbild aus einem Guss zu bekommen, habe man sich an externe Berater gewandt. „Die technischen Möglichkeiten und Kommunikationskanäle haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt“, so die Stadtverwaltung im Hinblick auf Social Media, Smartphones und Tablets. Eine Anpassung des Erscheinungsbildes sei notwendig. Kritik an der externen Beratung wurde in der anschließenden Diskussion geäußert. „Es geht doch mehr um Inhalte als um Darstellung“, sagte der Grünen-Stadtrat Martin Oßwald-Parlow. Die Beteiligung der Bevölkerung bei solch einem Projekt sei wichtiger.

„Wer sich nicht beraten lässt, ist schlecht beraten“, entgegnete ihm der Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. Das eine schließe das andere ja nicht aus. Auch die Mitarbeiter des Rathauses würden in den Prozess einbezogen, schließlich arbeiteten sie in Zukunft mit dem Corporate Design und der Corporate Identity, der „Marke Stadt Winnenden“.

Zustimmung überwiegt

Zustimmung überwog in den Wortmeldungen aus den verschiedenen Ratsfraktionen. „Wir begrüßen es sehr, nach 15 Jahren wieder etwas Frisches zu bekommen“, sagte der CDU-Fraktionssprecher Thomas Traub. Zurzeit herrsche ein „großer Mischmasch“. „Winnenden bricht auf“ lautet das Motto, unter dem die Suche steht, 55 000 Euro sind vorerst für das Unterfangen im Haushalt eingeplant. Das Geld für die „außerplanmäßige Aufwendung“ stammt aus Mehreinnahmen bei der Vergnügungssteuer. Nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderates wird nun ein Wettbewerb geplant, um ein externes Unternehmen zu finden, welches das Corporate Design entwerfen soll.

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