Die Mitarbeiter des Jugendhauses West haben in den vergangenen Wochen viele Schutzmasken genäht. Foto: privat

Die Mitarbeiter des Jugendhauses West haben Masken für Einrichtungen aus dem Stadtbezirk genäht: die „Aero-Markise“. Die Masken haben sie an systemrelevante Einrichtungen aus dem Westen verschenkt.

S-West - Seit vergangener Woche herrscht in vielen Bundesländern eine Maskenpflicht – auch in Baden-Württemberg. Beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmittel müssen alle Bürgerinnen und Bürger Mund und Nase bedecken – zur Not mit Tüchern und Schals – um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu verringern. Viele, die während ihrer Arbeit viel Kontakt mit anderen Menschen haben, tragen ohnehin schon länger einen Mundschutz. Allerdings herrscht längst ein eklatanter Mangel. OP-Masken oder FFP-Masken gibt es kaum zu kaufen, viele behelfen sich deshalb mit selbst genähten Masken.

Ein Solidaritätsprojekt für den Stadtbezirk

Viele Schneider oder andere Firmen haben daraus längst ein Geschäftsmodell gemacht. Die Mitarbeiter des Jugendhauses West hingegen nähen derzeit auf ehrenamtlicher Basis Gesichtsmasken und verschenken sie an Einrichtungen im Stuttgarter Westen. Das Jugendhaus sei derzeit für den Publikumsverkehr gesperrt, sagt der Leiter Felix Koch. Die Mitarbeiter hätten dadurch nun mehr Zeit. Und das Jugendhaus besitzt einige Nähmaschinen. Deshalb hätten sie gemeinsam angefangen, zu nähen. „Nicht jeder Mitarbeiter kann ja eine Nähmaschine bedienen“, sagt Koch. „Deshalb haben wir das gemeinsam als Solidaritätsprojekt gestartet.“

Rund 300 Masken haben sie inzwischen genäht. Verteilt haben sie diese an die Stadtteilbücherei West, an die Mobile Jugendarbeit West, im Bürgerzentrum, aber auch an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Discounters und einer Drogeriekette – für „systemrelevante“ Läden und Einrichtungen.

Die Materialien hat das Jugendhaus als Spende bekommen

Materialien hat das Jugendhaus von einer Firma aus der Region geschenkt bekommen wie zum Beispiel den Vlies. Für die Masken verwende man nur nachhaltige Baumwollstoffe, sagt Koch. Problematisch sei nur das Beschaffen von Gummibändern. „Die sind glaub ich das neue Klopapier“, sagt der Jugendhausleiter und lacht.

Inzwischen haben er und seine Kollegen das ganze Projekt noch auf ein höheres Level gehoben und Sets angefertigt, mit denen andere zu Hause die Masken selbst herstellen können. „Die Leute können das bei uns kostenlos abholen“, sagt Koch. Er betont zudem, dass es sich bei den Masken um kein medizinisches Produkt handle. „Wir nennen sie deshalb spaßeshalber Aero-Markise“, sagt Koch. Wichtig sei ihnen gewesen, etwas „Sinnvolles“ mit der vielen freien Zeit zu machen.

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