Leere – das ist das vorherrschende Bild in den Stadtbahnstationen. Aber mitunter sind auch mehr Menschen unterwegs. Foto: Lichtgut/Leif-Hendrik Piechowski

Auch wenn es im Großen und Ganzen klappt, gibt es immer wieder einzelne Fahrten mit Bahnen und Bussen, bei denen Fahrgäste über zu wenig Platz in Zeiten der Corona-Krise klagen. SSB und S-Bahn wollen darauf flexibel reagieren. Die Regional-SPD schlägt anderes vor.

Stuttgart - Auch wenn sich die Gesamtsituation verbessert hat, beklagen sich Fahrgäste von Stadtbahnen, Bussen und S-Bahn noch immer darüber, dass es vereinzelt so voll gewesen sei, dass der Mindestabstand nicht einzuhalten ist. Etwa im frühmorgendlichen Berufsverkehr in der U 6 von der Innenstadt nach Möhringen oder in der U 7 ab Sillenbuch und in Zuffenhausen. Aber auch die Innenstadtbusse rücken ins Visier: Mitarbeiter bemängeln, dass die Busse zum Katharinenhospital und zum Diakonie-Klinikum voll sind. „Die Stadtbahn fährt jetzt öfter, aber der Bus nur alle halbe Stunde. Da sammeln sich viele Menschen an. Wir stehen Schulter an Schulter“, berichtet eine Mitarbeiterin der Evangelische Diakonissenanstalt. Auch auf der Linie 54 nach Neugereut, wo ein Kleinbus eingesetzt werde, berichtet ein Fahrgast von zu wenig Platz.

Für SSB Busse nicht zu voll

Die Beispiele können die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) nicht bestätigen, man werde den Hinweisen aber nachgehen, so Sprecherin Birte Schaper. In der U 6 seien zur fraglichen Zeit 50 bis 60 Fahrgäste gezählt worden – bei 220 Sitzplätzen. Auch die Innenstadtbuslinien seien „nicht als zu voll aufgefallen“. Man werde die genannten Situationen aber „weiter beobachten“ und darauf reagieren.

Mehr Bahnen zur Innenstadt

Bereits reagiert haben die SSB darauf, dass es bei der U 1 und U 2 am Cannstatter Wilhelmsplatz „ein etwa doppelt so großes Fahrgastaufkommen“ wie sonst gebe. „Es handelt sich um Fahrgäste, die bisher die S-Bahn genutzt haben und nun auf die Stadtbahn umsteigen“, sagt Schaper. Man werde nun mehr Bahnen und Busse in Richtung Innenstadt und zusätzliches Personal einsetzen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig an der Haltstelle stünden. Doch auch Nutzer der S-Bahn sind nach Einführung des 30-Minuten-Takts auf allen Linien mit dem Angebot nicht immer zufrieden. Das betrifft zum Beispiel die S 6 ab Neuwirtshaus morgens zwischen 7 und 8 Uhr, die seit Dienstag überfüllt sei. Man werde dies prüfen, sagt ein Bahn-Sprecher. Bei Bedarf werde nachgesteuert. „Deshalb halten wir eine Reserve vor, um kurzfristige Fahrten zusätzlicher Züge zu ermöglichen.“ Noch weiter geht die SPD-Fraktion in der Regionalversammlung: Sie fordert die Rückkehr vom 30- zum 15-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit und die Öffnung der 1. Klasse für alle Fahrgäste.

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