Gefährdete Gruppe: Die Zahl der Bewohner und der Mitarbeiter in Stuttgarter Pflegeheimen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, nimmt wieder zu. Foto: imago/Inga Kjer

In einer Stuttgarter Pflegeeinrichtung sind 58 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Fünf Bewohner sind verstorben. In einem Flüchtlingsheim hat man 72 positive Fälle gezählt. Die Zahl der Covid-19-Patienten in den Stuttgarter Krankenhäusern nimmt weiter zu.

Stuttgart - Das Coronavirus hat auch wieder einige Stuttgarter Alten- und Pflegeheime erreicht, deren Bewohner besonders gefährdet sind durch eine Infektion. Das ist ein Grund dafür, dass die Zahl der stationär aufgenommenen Covid-19-Patienten in den Stuttgarter Krankenhäuser deutlich zugenommen hat.

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim sind 58 Personen positiv auf das Virus getestet worden, darunter 18 Mitarbeiter. Derzeit sei die Infektion noch beim Großteil der infizierten Heimbewohner und bei neun Beschäftigten aktiv, so Stadtsprecher Sven Matis. Mittlerweile sind fünf Bewohner der Einrichtung nach der Corona-Infektion mit oder durch das Virus verstorben. 99 Personen (92 Bewohner, sieben Mitarbeiter) seien negativ getestet worden. Doch es liegen weitere 17 Corona-Fälle in vier anderen Altenheimen vor. In einer der Einrichtungen sind es 13, in den anderen nur einer oder zwei Fälle.

Zwei Stockwerke in Isolation

Auch in der von einer Corona-Infektion betroffenen Flüchtlingsunterkunft in der Stuttgarter Innenstadt sind die Fallzahlen von positiv Getesteten nochmals nach oben gegangen. Dort gibt es mittlerweile insgesamt 72 Personen mit einem positiven Corona-Test. Man habe deshalb in zwei Stockwerken der Unterkunft eine sogenannten „Kohorten-Isolation“ vorgenommen, berichtet Matis. In weiteren Flüchtlingsunterkünften in der Stadt sind laut Verwaltung darüber hinaus weitere 20 Neuinfektionen aufgetreten.

Infizierte Geflüchtete gehören zu jener Gruppe, die sich wegen ihrer engen Wohnverhältnisse oft nicht selbst isolieren können, ebenso wie Bauarbeiter oder Menschen in Wohnungsnot. Für diesen Zweck hat die Stadt zwei Schutzunterkünfte eingerichtet. Doch die Plätze werden knapp. Deshalb hatte der Gemeinderat am Donnerstagabend zu entscheiden, ob ein Hotel angemietet wird, um dort eine dritte Schutzunterkunft einzurichten, wodurch man 330 Plätze für Infizierte, enge Kontaktpersonen und Verdachtsfälle hätte.

Etwa 80 Patienten in Kliniken

Der medizinische Vorstand des städtischen Klinikums, Jan Steffen Jürgensen, stellte in der Sitzung die Lage in den Stuttgarter Krankenhäusern dar. So würden dort inzwischen insgesamt etwa 80 Patienten stationär behandelt (30 im Klinikum der Stadt), zwölf von diesen seien intensivpflichtig, Tendenz weiter steigend. Man habe trotz dieser „deutlichen Zunahme noch eine stabile Situation“. Wie lange das noch der Fall sein wird, dürfte von der weiteren Entwicklung der Fallzahlen abhängen. Am Donnerstag registrierte man in Stuttgart wieder die hohe Zahl von 123 Neuinfektionen mit dem Coronavirus, nach 134 am Vortag. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg nochmals von 80,8 auf 81,8 Fälle pro 100 000 Einwohner.

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