Jens Spahn schlägt vor, das ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) weiter auszubauen. (Archivbild) Foto: dpa/Kay Nietfeld

Die europäischen Institutionen sollen nach Ansicht des deutschen Gesundheitsministers gestärkt werden. Unterstützung kommt aus Slowenien.

Ljubljana - Gesundheitsminister Jens Spahn hat eine Stärkung der EU-Gesundheitsinstitutionen gefordert. „Wir brauchen ein europäisches Robert-Koch-Institut“, sagte Spahn am Freitag nach einem Treffen mit seinem slowenischen Kollegen Janez Poklukar in Ljubljana.

Zusammen mit der derzeitigen slowenischen EU-Ratspräsidentschaft wolle man dafür sorgen, dass das ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) gestärkt und weiter aufgebaut werde, um Empfehlungen zur Pandemie-Bekämpfung abgeben zu können. „Das Gleiche gilt auch für die Stärkung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA“, fügte Spahn hinzu. Er hoffe, dass es noch in der slowenischen Ratspräsidentschaft bis Ende des Jahres gelinge, dazu einen sogenannten Trilog mit dem Europäischen Parlament und der EU-Kommission zu beginnen und abzuschließen.

Spahn betonte, dass man nicht bei allen Aspekten der Gesundheitspolitik, die in nationale Verantwortung fällt, sofort an eine Europäisierung denken müsse. Aber die Pandemie habe gezeigt, dass es etwa auch bei der Impfstoff-Entwicklung wichtig sei, zusammenzuarbeiten. Zugleich forderte er stärkere Anstrengungen zur Vorsorge und Krisen-Vorbereitung. Man würde auch in der Verteidigungspolitik nicht einfach die Entwicklung von Produkten einstellen, nur weil China ein billigeres Produkt liefere. Dasselbe Denken müsse es im Gesundheitsbereich geben.

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