Noch ist die Corona-Gefahr nicht gebannt. Aber die neuen Zahlen stimmen optimistisch. Foto:dpa Foto:  

In der laufenden Woche zeichnet sich ein positiver Trend bei den Corona-Zahlen in Deutschland ab. Insbesondere gehen die Neuinfektionen zurück.

Stuttgart - Nicht nur in Baden-Württemberg, auch in Deutschland bringt die Karwoche bislang jeden Tag erfreuliche Zahlen in Sachen Corona. Die vom Robert-Koch-Institut vermeldeten Daten deuten darauf hin, dass in der laufenden Woche bislang jeden Tag weniger Infizierte neu dazukamen als in der Vorwoche. Das gilt sowohl deutschlandweit als auch für bislang besonders betroffenen Länder Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, wie dieses Schaubild zeigt:

Somit breitet sich das Virus mittlerweile langsamer aus – der Shutdown wirkt. Zwar sagen die Zahlen nichts darüber aus, inwiefern sich die Lage bei den besonders gefährdeten älteren Personen über 80 Jahre entwickelt. Insgesamt kann für diese Gruppe keine Entwarnung gegeben werden. Dennoch deuten die Zahlen insgesamt auf Erfolge im Kampf gegen das Virus hin.

Eine andere gute Nachricht ist gewissermaßen hausgemacht. Das Robert-Koch-Institut hat zum Mittwoch seine Berechnungsweise für die Zahl der Genesenen umgestellt. Da nun mehr Infizierte als genesen gelten, steigt deren Zahl auf mehr als 46 000. Zwar handelt es sich dabei nur um eine Schätzung, doch die Definition des Instituts ist plausibel (nachzulesen hier).

Das folgende Schaubild zeigt die Entwicklung der Zahlen von Infizierten, Genesenen und Verstorbenen für Deutschland:

Weil sich die Zahl der Genesenen nur schätzen lässt und zudem aufgrund eines Wechsels der Berechnungsmethode über die vergangenen Tage nicht vergleichbar ist, kann die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus nicht anhand der akut Infizierten berechnet werden. Bislang wird vor allem geschaut, wie lange es dauern würde, bis sich die Gesamtzahl der Infizierten verdoppelt.

Wir errechnen diese Verdopplung auf Grundlage der Zahlen aus der vergangenen Woche. Daraus ergibt sich die folgende Deutschlandkarte. Sie zeigt, wie lange eine Verdopplung der Infiziertenzahlen dauern würde, wenn die Zahlen so schnell steigen wie in der vergangenen Woche.

Dabei ist verstärkt auch die Testintensität zu bedenken. Die deutschen Labore haben ihre Kapazitäten für Corona-Tests erhöht, wie der SWR nach einer Auswertung der täglichen Lageberichte des Robert-Koch-Instituts berichtet. In Baden-Württemberg wird laut Landesgesundheitsamt aktuell dreimal so viel getestet wie noch zu Beginn der Coronakrise. Damit werden auch mehr Infektionen entdeckt.

Das Coronavirus hat sich in manchen Bundesländern früher festgesetzt als in anderen. So erklärt Stefan Brockmann vom Landesgesundheitsamt den von Anfang an höheren Anteil an Infizierten im Land. Insgesamt steigen die Kurven aber wie oben angedeutet nicht mehr klar exponentiell an, sondern liegen derzeit eher auf einem mehr oder weniger steilen linearen Pfad.

Hier geht es zu den detaillierten, täglich aktualisierten Werten aus Baden-Württemberg.

Betrachtet man die Zahl der Verstorbenen, die an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 litten, so sind weiterhin mit großem Abstand die meisten Toten in Bayern und Baden-Württemberg zu verzeichnen. Auch dies hat laut Landesgesundheitsamt mit dem vergleichsweise frühen und heftigen Ausbruch der Infektionen in Baden-Württemberg zu tun und wurde nicht zuletzt von Heimkehrern aus dem Skiurlaub befeuert.

Wir vergleichen an dieser Stelle die Werte des Robert-Koch-Instituts, obwohl diese erst mit etwas Verzögerung dort eintreffen. Gerade zum Vergleich über den Zeitverlauf sind diese Werte geeignet – zumindest wenn man annimmt, dass die Lieferverzögerung aus allen Ländern in etwa gleich ist und auch die Testdichte mittlerweile ähnlich hoch ist.

Wir aktualisieren diesen Beitrag regelmäßig, aktueller Stand: Donnerstag, 9. April.

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