Ein Forscherteam hat Methoden zum Desinfizieren von FFP2-Masken entwickelt. Foto: dpa/Friso Gentsch

Ein Forscherteam aus Münster hat Methoden zum Desinfizieren von FFP2-Masken entwickelt. Wie diese genau aussehen, können Sie hier nachlesen.

Münster - Ein interdisziplinäres Forscherteam von Universität und Fachhochschule Münster hat Methoden zum Desinfizieren von FFP2-Masken im Privatgebrauch entwickelt, damit die Einwegprodukte wieder benutzt werden können. „Hier gilt die Sieben-Tage-Regel“, sagte Stephan Ludwig, Direktor des Uni-Instituts für Molekulare Virologie, am Mittwoch in Münster. Idealerweise sollten Privatpersonen eine FFP2-Maske je nur einen Tag lang nutzen und sie anschließend eine Woche lang zur Seite legen. „In dieser Zeit verlieren potenziell auf den Masken befindliche Viren weitestgehend ihre Infektiosität, so dass anschließend eine Wiederverwendung möglich ist“, erklärte Ludwig.

Für einen geschlossen Kreislauf sind demnach sieben Masken pro Person notwendig. Die Masken sollten auch innerhalb einer Familie nicht getauscht werden.

Im Backofen erhitzen

Wer die Regenerationszeit von einer Woche verkürzen will, ohne dass der Schutz gegen das Coronavirus verloren geht, kann laut der Studie die Maske im Backofen bei 80 Grad Celsius erhitzen. „SARS-CoV-2 zählt zu den behüllten Viren, und diese reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen“, erklärte Professor Martin Kreyenschmidt, Leiter des Instituts für Konstruktions- und Funktionsmaterialien der Fachhochschule Münster. Er hatte mit zwei seiner Doktoranden untersucht, wie hoch die Temperatur maximal sein darf, um die Viren, nicht aber die FFP2-Maske zu zerstören.

Das optimale Ergebnis wird den Angaben zufolge erzielt, wenn die FFP2-Maske für eine Stunde konstant bei 80 Grad Celsius thermisch behandelt wird. „Von diesem Ansatz grundsätzlich ausgenommen sind vorgeformte Masken sowie Masken mit Atemventil“, betonte Kreyenschmidt.

In einer Online-Broschüre sind die Empfehlungen der Forscher auf sechs Seiten zusammengefasst. Für die Studie arbeiteten den Angaben nach Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Chemie, Physik und Toxikologie sowie Virologen und Mikrobiologen zusammen. Das Projekt wurde vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gefördert.

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