Curevac und Bayer ziehen an einem Strang. Foto: AFP/THOMAS KIENZLE

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac und der Pharmakonzern Bayer haben einen Kooperations- und Servicevertrag geschlossen. Sie wollen beim Corona-Impfstoff an einem Strang ziehen.

Leverkusen/Tübingen - Der Pharmakonzern Bayer und das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac ziehen bei einem Corona-Impfstoff an einem Strang. Die beiden Unternehmen schlossen einen Kooperations- und Servicevertrag, wie sie am Donnerstag mitteilten. Curevac sitzt schon seit längerem an der Entwicklung des Impfstoffes, dessen Marktzulassung aber noch nicht absehbar ist. Bayer soll nun bei aufwendigen Arbeiten für die Zulassung und für die dafür nötige Studie mitmachen und zudem die Lieferketten im Blick haben. Dass Bayer auch die Produktion übernimmt, ist im Vertrag nicht enthalten.

Für den Corona-Impfstoff „CVnCoV“ von Curevac begann Mitte Dezember die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie. Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac Ende des ersten Quartals 2021. Für den Fall einer Zulassung hat sich die EU-Kommission für die EU-Staaten 405 Millionen Dosen gesichert. Curevac-Chef Franz-Werner Haas zeigte sich erfreut über „einen weiteren starken Partner an unserer Seite“. Sein Unternehmen bliebe den Angaben zufolge Inhaber der Marktzulassung. Bayer hätte aber die Option, Inhaber der Zulassung in bestimmten Märkten außerhalb Europas zu werden.

Weitere Zulassungen möglich

In der Pharmabranche ist es nicht unüblich, dass eher kleine Entwicklungsunternehmen den Schulterschluss mit Branchengrößen üben. Auch das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer arbeiten zusammen. Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und von Moderna sind in der EU bereits zugelassen, zudem wird mit der Zulassung von Produkten anderer Wettbewerber gerechnet.

Für die Bundesregierung ist die Kooperation von Curevac und Bayer ein weiteres Standbein, um bis zum Sommer die Impfung aller Bundesbürger zu ermöglichen, die dazu bereit sind. Die derzeit noch knappen Impfkapazitäten könnten sich auch wegen der Allianz Curevac/Bayer in einigen Monaten deutlich erhöhen. Dadurch könnte die Pandemie, die große Teile der Wirtschaft lähmt und den staatlichen Schuldenberg hat anwachsen lassen, wesentlich entschärft werden.

Zuvor hatte das Nachrichtenportal „The Pioneer“ über die Allianz zwischen Bayer und Curevac berichtet. Eine entsprechende Kooperation war laut „The Pioneer“ Thema in einem Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Gesundheitsminister Jens Spahn, Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Kanzleramtschef Helge Braun (alle CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) am Mittwochmorgen.

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