Für den Fall einer katastrophalen Steigerung der Zahl schwerkranker Corona-Infizierten ist im Bundeswehrzentralkrankenhaus eine Reserve mit zusätzlichen Notfallbetten mit Beatmungsgeräten für 20 Patienten eingerichtet worden. Foto: dpa/Thomas Frey

Für den Notfall steht die Bundeswehr bereit: Sollte die Coronakrise in Deutschland eskalieren, können 32.000 Frauen und Männer, gut die Hälfte aus dem Sanitätsdienst, zum Einsatz kommen.

Berlin - Für den Einsatz in der Corona-Krise hält die Bundeswehr inzwischen mehr als 32 000 Soldaten zur Unterstützung von Ländern und Kommunen bereit. Zu dem Einsatzkontingent „Hilfeleistung Corona“ gehörten mehr als 17 000 Männer und Frauen aus dem Sanitätsdienst der Streitkräfte, heißt es in einer Vorlage für die Spitze des Verteidigungsministeriums, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

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In den fünf Bundeswehrkrankenhäusern wurden in dieser Woche für die normale Pflege von Covid-19-Patienten demnach insgesamt 820 Betten vorgehalten, von denen 48 belegt waren (Stand: Mittwoch). Für die intensivmedizinische Behandlung gab es 159 Betten in den Krankenhäusern, von denen 23 mit Covid-19-Patienten belegt und knapp 100 frei waren.

Bei einer Lockerung der verordneten Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Leben sei binnen 10 bis 14 Tagen mit einem Stresstest für zivile Krankenhäuser und die Einrichtungen des Sanitätswesens zu rechnen, hieß es. In den Bundeswehrkrankenhäusern wurden bereits vor der Krise etwa 80 Prozent Zivilisten behandelt. In der Bundeswehr gab es bislang mindestens 314 Corona-Fälle. Aktuell infiziert sind 116 Männer und Frauen, genesen etwa 200.

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„Aufgrund der Ungewissheit, wie schnell sich das Virus ausbreitet, hat die Bundeswehr deutliche Kapazitäten geschaffen, um so viel wie möglich an Corona schwer Erkrankte gleichzeitig zu behandeln. Das ist die gute Nachricht“, erklärte die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Die noch bessere Nachricht sei, dass der Bedarf momentan nicht so hoch sei wie befürchtet.

„Wichtig ist natürlich, dass wir bei aller Dramatik dieses Coronavirus nicht die anderen Patienten, die dringender Hilfe bedürfen, aus dem Auge verlieren“, so Strack-Zimmermann. „Schon jetzt gehen weniger Menschen in die Behandlung, selbst bei Verdacht auf Schlaganfall und Herzinfarkt.“

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