Manne Lucha lädt am Freitag zum digitalen Impfgipfel. (Archivbild) Foto: dpa/Christoph Schmidt

Wenn sich Gesundheitsminister Manne Lucha und die Verbände, Experten und Interessenvertreter am Freitag digital zusammenschalten, wird es voll vor dem Bildschirm. Dabei sind die Erwartungen hoch.

Stuttgart - Vor Beginn des baden-württembergischen Corona-Impfgipfels hat das Gesundheitsministerium des Landes den Kreis der Teilnehmer erweitert und so auf die Kritik von Sozialverbänden und Patientenvertretungen reagiert. Es seien zunächst vor allem Akteure eingeladen worden, die mit der praktischen Umsetzung der Impfungen befasst seien, teilte das Ministerium auf Anfrage am Mittwoch mit. „Doch das Anliegen, dass auch die Verbände eingeladen werden, die die Interessen der impfberechtigten Menschen vertreten, ist verständlich“, hieß es. Deshalb seien nun auch der Paritätische und der Sozialverband VdK aus Baden-Württemberg sowie der Landesseniorenrat und die Landesbehindertenbeauftragte mit dabei.

Zuvor hatten der VdK und der Paritätische betont, sie seien die Vertreter der Menschen, für die eine Corona-Impfung besonders wichtig sei. „Wir wissen um die erheblichen Probleme, die die Betroffenen beim Organisieren und Realisieren von Impfterminen haben“, hatten sie ihr Fehlen auf der Gästeliste für den Gipfel kritisiert.

Bislang ist vor allem Impfstoffmangel ein Problem

Um die Corona-Impfkampagne voranzutreiben, will Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Freitag (11.00 Uhr) in einer Videoschalte mit Kommunalpolitikern sowie Vertretern etwa von Ärztekammer, Apothekerverband und Krankenhausgesellschaft sprechen. Es geht um einen Plan für den Moment, ab dem deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung steht. Aus der Opposition kam bereits Kritik, Lucha wolle von Versäumnissen zum Beispiel bei Senioren ablenken. Hausärzte wiederum fürchten, dass Impfchaos in ihre Praxen verlagert wird.

Im Südwesten haben inzwischen nach Angaben des Landesgesundheitsamts mehr als 1,6 Millionen Menschen eine erste Corona-Impfung bekommen. Über 665 000 davon sind schon ein zweites Mal geimpft. Dennoch rangiert Baden-Württemberg im Ländervergleich beim Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung im unteren Drittel, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht.

Bislang ist vor allem Impfstoffmangel ein Problem. Hinzu kamen geänderte Empfehlungen für das Vakzin von Astrazeneca, das im Moment in Deutschland nur Menschen über 60 Jahre nutzen sollten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sollen die Impfstofflieferungen ab Mai und Juni deutlich zunehmen. Ab Montag können zudem alle über 60-Jährigen einen Termin für die Corona-Schutzimpfung bekommen.

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